KZ Guantánamo: Australischer Ex-Häftling fordert Rehabilitierung

Folter mit Schlägen, Psychoterror und medizinischen Experimenten

- von Presseticker  -

E r hat eine Autobiographie über sein Leben verfasst, aber es ist auch ein Buch über das US-Konzentrationslager Guantánamo. Der Australier David Hicks hat fünfeinhalb Jahre dort verbracht.

David Hicks sagt, es sei eine Zeit der Misshandlungen gewesen, deren Ende er sich mit einem Schuldbekenntnis, einem Kuhhandel, erkaufen musste.

Dieses Schuldbekenntnis und seine Verurteilung fechten Hicks und seine Anwälte nun aber an: „Erstens war ich fünfeinhalb unverzeihliche Jahre eingesperrt – sechs, wenn man die Zeit hier in Australien dazurechnet – ohne ein Gesetz gebrochen zu haben“, so Hicks.
„Und zweitens wurde ich während dieser Zeit gefoltert. Dazu gehörten Schläge, psychologische Methoden und medizinische Experimente.“

KZ Guantánamo: Australischer Ex-Häftling fordert Rehabilitierung

Laut David Hicks´ Rechtsanwalt Stephen Kenny habe es schon für die Anklage keine Grundlage gegeben, „den Tatbestand der materiellen Beihilfe zum Terrorismus gibt es im internationalen Recht nicht, das ist nur ein US-Gesetz. Wir wussten das natürlich, hatten dann aber realistisch kalkuliert und im Sinne einer Freilassung entschieden“.

Eine neue gerichtliche Entscheidung in einem anderen Guantánamo-Fall hatte Anklagen aufgrund “materieller Beihilfe” zuletzt grundsätzlich in Frage gestellt. Die veränderte Rechtslage will nun auch Hicks nutzen.

Der Australier David Hicks wurde Ende 2001 in Afghanistan aufgegriffen, wo er zum Islam konvertierte und eine Kampfausbildung absolviert haben soll. Seit Ende 2007 ist Hicks wieder auf freiem Fuss.

Bei der Anfechtung gehe es nun ums Prinzip und um seine Rehabilitierung, so Hicks.

RF/euronews

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