Aktion: Kein Essen in den Müll

Jedes Jahr landen in Deutschland etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll

- von Presseticker  -

U nter dem Motto Kein Essen in den Müll – kein Müll ins Essen kochen Jugendliche heute vor dem Reichstag in Berlin. Sie demonstrieren damit für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und gegen Lebensmittelverschwendung.
Die Initiative bereiteten Jugendliche der Initiative youthinkgreen gemeinsam mit Greenpeace und dem Star-Koch Cristiano Rienzner vor.

„Bei all den Lebensmittelskandalen der letzten Zeit ist eines in den Hintergrund getreten – die Verschwendung von Lebensmitteln“, sagt die 17-jährige Kati Kellner. „Wir wollen, dass wieder bewusster mit Lebensmitteln umgegangen wird. Essen gehört nicht in den Müll.“

Die Jugendlichen kochen mit Produkten, die der Lebensmittelhandel aufgrund optischer Mängel nicht verkaufen will. Dabei ist eine krumme Karotte selbstverständlich genauso geniessbar und lecker wie eine gerade. Doch Nahrungsmittel, die nicht makellos sind, wandern häufig in den Müll anstatt in die Supermarkttheken.
„Durch den sorglosen Umgang mit Nahrung bei uns steigen in ärmeren Ländern die Lebensmittelpreise. Für viele wird Essen damit unbezahlbar. Wir fordern von den Bundestagsabgeordneten, Lebensmittelverschwendung zu verbieten“, so die Essener Aktivistin.

Jugendliche kochen vor dem Reichstag gemeinsam mit dem Star-Koch Cristiano Rienzner (Restaurant Maremoto). Damit wollen sie auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, Berlin 21.06.2013

Jugendliche kochen vor dem Reichstag gemeinsam mit dem Star-Koch Cristiano Rienzner (Restaurant Maremoto). Damit wollen sie auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, Berlin 21.06.2013

In der Initiative youthinkgreen haben sich Jugendliche aus aller Welt zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das sich mit Klimapolitik und damit zusammenhängenden Problematiken beschäftigt, so auch mit Konsum.
Der Star-Koch Cristiano Rienzner, der die Jugendlichen in ihrem “Cook-In” unterstützt, wirft in seinem Restaurant Maremoto in Berlin so wenige Lebensmittel wie möglich weg und versucht, beinahe alle Zutaten komplett zu verwenden.

Die Folgen der Verschwendung

Jedes Jahr landen in Deutschland etwa elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Davon stammen laut einer Studie des Landwirtschaftsministeriums rund 61 Prozent aus Haushalten, je 17 Prozent von Grossverbrauchern und Industrie und etwa fünf Prozent aus dem Einzelhandel.

„Mit jedem unnötig weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir Ressourcen, verschärfen wir die Klimabilanz, forcieren wir den Verlust der biologischen Vielfalt“, sagt Jürgen Knirsch, Experte für nachhaltigen Konsum bei Greenpeace und nennt ein Beispiel:
„Wenn ich eine Schale mit 250 Gramm tropischer Shrimps entsorge, dann habe ich gleichzeitig fünf Kilogramm Meerestiere in den Müll geworfen. Denn beim Shrimpsfang fällt das Zwanzigfache der Erntemenge an Beifang an.“

Greenpeace beschäftigt sich bereits seit drei Jahren mit dem Thema Lebensmittelverschwendung. Ehrenamtliche informieren in verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen über die Folgen unseres verschwenderischen Umgangs mit Essen und mögliche Alternativen.

→ Studie des Landwirtschaftsministeriums (PDF)

RF/Greenpeace

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Ein Kommentar zu

Aktion: Kein Essen in den Müll

  1. Fx 22. Juni 2013 - 18:39 #

    Ich bin bezüglich dieser Kampagne etwas skeptisch, nicht zuletzt weil sie von Ministerin Aigner (CSU) angestoßen wurde. Die gehört selbst doch zu den politischen Kräften, welche die heute herrschende Konsumgesellschaft gefördert und erzeugt haben! Warum beklagt sie sich jetzt plötzlich darüber?

    Geht es hier nicht vielleicht darum, das Volk schon mal daran gewöhnen, dass es auch verschimmeltes Brot essen soll, so wie früher in “schlechten Zeiten”?

    Und was soll eigentlich der Unsinn, dass die Verbraucher den Schwarzen Peter bekommen? Ist es nicht eine zwangsläufig Entwicklung, dass unter den Bedingungen der rasenden Konsumgesellschaft mehr Lebensmittel weg geworfen werden? Nur einige Aspekte: Früher reichte ein Einkommen i.d.R. für den Unterhalt einer Familie aus. Ein Partner konnte sich deshalb viel besser zeitnah um den genau dosierten Einkauf kümmern. Außerdem konnte man frische Waren an jeder Ecke kaufen! Heute muss man meist in außerhalb gelegene Einkaufzentren fahren und den erheblich stressigeren Einkauf schafft man nur höchstens einmal die Woche, wenn überhaupt. Ohe Vorrat schafft man es nicht und je mehr Vorrat man hat, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Lebensmittel verderben.

    Verdorbene Lebensmittel sind ungesund und unwürdig!

    Diese Kampagne kommt mir fast so arrogant vor, wie der Marie Antoinette zugeschriebene Ausspruch “Sie haben kein Brot? Sollen sie doch Kuchen essen!”.

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