Arbeiterdemonstrationen am 1. Mai

Spanische Gewerkschaften rufen "nationalen Notstand" aus

- von Presseticker  -

I n Spanien haben die zwei grössten Gewerkschaften einen sog. “nationalen Notstand” ausgerufen. Angesichts der Krise überwanden sie ihre Differenzen und führten gemeinsam die 1. Mai-Kundgebung an. In Madrid nahmen zigtausende Menschen teil.

Arbeiterdemonstrationen am 1. Mai, Athen, Griechenland 01.05.2013

Arbeiterdemonstrationen am 1. Mai, Athen, Griechenland 01.05.2013

Sie forderten die konservative Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy auf, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. „Sechs Millionen Menschen sind arbeitslos und es soll noch schlimmer werden. Das ist Grund genug, um zu protestieren“, so ein Demonstrant.

Ein Arbeitsloser klagte: „Sie nehmen uns alles weg. Irgendwann werden wir keine Rechte mehr haben. Alles was wir uns in den vergangenen 40 Jahren erkämpft haben, werden sie uns innerhalb von vier Jahren wegnehmen.“
Nicht nur in Madrid auch in rund 80 anderen Städten sind die Menschen dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und gegen die Sparpolitik der Regierung auf die Strasse gegangen.

Spanische Gewerkschaften rufen “nationalen Notstand” aus

In Istanbul in der Türkei ist es am 1. Mai zu schwerer Polizeigewalt gegen Arbeiter gekommen. Es soll mehrere Verletzte gegeben haben, zahlreiche Menschen wurden festgenommen.

In diesem Jahr hat die Stadt Istanbul – angeblich wegen Bauarbeiten – den Taksimplatz gesperrt, den traditionellen, aber lange Zeit verbotenen Aufmarschplatz der türkischen Gewerkschaften, der linken Parteien und Jugendbewegungen.

Die, welche hier eigentlich aufmarschieren wollten, taten bereits in den frühen Morgenstunden ihren Unmut darüber kund. Die Polizei ging bei den Kundgebungen zum Tag der Arbeit mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor.
Der öffentliche Personennahverkehr war am frühen Morgen weitgehend eingestellt worden.

Oppositionspolitiker beklagten die Brutalität der Polizei und das Demonstrationsverbot der Behörden. Gürcel Tekin (CHP) sagt: „Ich konnte mich in diesen Toreingang retten, sonst wäre es mir schlecht ergangen, denn ich habe Asthma. Das Verhalten der Polizei ist nicht akzeptabel.“

1. Mai: Polizeigewalt in der Türkei

Ercan Karakas (CHP) steht neben seinem Parteigenossen. Er meint: „Der Tag der Arbeit kann doch auch friedlich begangen werden. Warum wurden dieses Jahr die Aufmärsche zum 1. Mai am Taksimplatz von den Behörden verboten?
Das Verbot hat alles noch schlimmer gemacht. Deshalb kam es zu den Zusammenstößen.“

Erst seit 2010 sind Demonstrationen der Arbeiterbewegung zum ersten Mai in Istanbul überhaupt erst wieder erlaubt. Denn am 1. Mai 1977 starben 34 Menschen, als Bewaffnete von einem Gebäude in die Menge schossen.
Danach waren Demonstrationen dann bis 2010 verboten. Heute läuft der Tag der Arbeit in Istanbul alles andere als friedlich ab.

In Berlin beteiligten sich an der 1. Mai-Demonstration der systemtreuen Scheingewerkschaften des DGB, wie bereits in den Vorjahren, nur noch wenige hundert Menschen. Am Veranstaltungsort Brandenburger Tor schlenderten vor allem Touristen durch das Angebot.

RF/euronews

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