Iran schliesst Öl-Lieferstopp an EU-Länder als Gegenmaßnahme nicht aus

Am 23. Januar einigten sich die EU-Aussenminister auf ein Öl-Embargo, um den Iran weiter unter Druck zu setzen

- von Presseticker  -

D er Iran, der bereits seine Öllieferungen an Grossbritannien und Frankreich gestoppt hat, droht nun Deutschland und fünf weiteren europäischen Staaten, noch vor dem Inkrafttreten des EU-Embargos am 01. Juli den Ölhahn zuzudrehen.

Die neuen Sanktionen könnten Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und die Niederlande betreffen, wenn Europa weitere Schritte gegen Teheran unternähme, sagte Ahmad Qalehbani, Chef des iranischen Ölkonzerns NIOC gegenüber Medien.

Iranische Ölförderung

Iranische Ölförderung

Am Sonntag hatte Teheran britische und französische Unternehmen ultimativ aufgefordert, zwei- bis fünfjährige Verträge abzuschliessen. Anderenfalls würden diese kein Erdöl aus dem Iran mehr bekommen.
Das französische Aussenministerium liess daraufhin wissen, Frankreich habe bereits selber den Ölimport aus dem Iran eingestellt.

Nach Angaben der EU-Kommission hat die Europäische Union genug Ölreserven, um viereinhalb Jahre ohne iranisches Öl auszukommen. Selbst wenn keine anderen Lieferanten für den Iran einspringen würden, würden die Ölvorräte ausreichen, um den Lieferausfall im Laufe von 4,5 Jahren auszugleichen, sagte EU-Kommissionssprecherin Marlene Holzner zu RIA Novosti.
Der Anteil der iranischen Lieferungen an den gesamten Ölimporten beträgt ihr zufolge 5,8 Prozent.

Nach Angaben der Agentur Reuters reduzieren auch chinesische Ölfirmen ihre Ölimporte aus dem Iran. Laut einer Vereinbarung zwischen dem Iran und China kauft die Zhuhai Zhenrong Corp. in diesem Jahr 240.000 Barrel pro Tag, was den Importmengen von 2011 entspricht.
Die Ölfirma Unipec, die im vergangenen Jahr rund 260 000 Barrel pro Tag importierte, will die Einkäufe etwas kürzen.

Am 23. Januar einigten sich die EU-Aussenminister auf ein Öl-Embargo, um den Iran weiter unter Druck zu setzen. Das Verbot tritt am 01. Juli in Kraft. Auf Griechenland, Italien und Spanien entfallen rund 68 Prozent der europäischen Ölimporte aus dem Iran.

Der Anteil der iranischen Lieferungen am Ölverbrauch Griechenlands liegt bei 35 Prozent. Nach Angaben der Zeitung Financial Times haben die EU-Staaten 2011 im Schnitt 600.000 Barrel iranisches Öl am Tag bezogen.

RF/RIA Novosti

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