Vor 50 Jahren verstarb Edith Piaf

Gedenken an die grösste Chansonsängerin des 20. Jahrhunderts

- von Presseticker  -

A m Donnerstag gedachten in Paris mehrere hundert Menschen der vor 50 Jahren verstorbenen Sängerin Edith Piaf. Nach einer einzigartigen Weltkarriere und erschüttert von zahlreichen Schicksalsschlägen, starb die Piaf am 11 Oktober 1963 im Alter von nur 47 Jahren.

Vor 50 Jahren verstarb die Chansons-Sängerin Edith Piaf

Die zierliche kleine Frau, die von den Franzosen liebevoll “kleiner Spatz” getauft wurde, wurde als Tochter einer Sängerin und eines “Schlagenmenschen” 1915 in Paris geboren. Bekannt wurden ihre Lieder auf der ganzen Welt. Sie blieb jedoch ihr Leben lang ein Kind von Paris.
In unzähligen ihrer Chansons hat sie die Stadt besungen. Im Viertel von Belleville, in dem Piaf geboren wurde, dauern die Gedenkfeiern für die berühmte Sängerin noch bis Sonntag an.

Hugues Vassal war einer der Wegbegleiter der grossen Edith Piaf. Anlässlich ihres 50. Todestages erinnert sich der Photograph auf seine Weise an Frankreichs berühmteste Chansonsängerin mit einer Ausstellung im französischen Tours.

Chansonsängerin Edith Piaf

Chansonsängerin Edith Piaf

50 Aufnahmen aus den letzten Lebensjahren der Piaf, die der damals blutjunge Vassal als offizieller Photograph und Vertrauter hautnah miterlebte. Schlüsselmomente im Werk einer Ausnahmekünstlerin.
„Die Aufnahme stammt von 1960. Edith Piaf bereitet ein Konzert im Pariser Olympia vor und übt den Song Milord. Am Klavier sehen wir Georges Moustaki, der ihr etwas erklärt. Die Proben dauerten viele Stunden, manchmal bis weit nach Mitternacht“, so Hugues Vassal.

Bekannt ist die Ikone des französischen Chansons auch für ihre verführerische Ausstrahlung, zeitlebens sammelte sie Liebhaber. Mit vielen arbeitete sie zusammen und verhalf ihnen zum Ruhm.
„Als sie mit Félix Marten zusammen war, sah ich sie eines Tages stricken. Das ist für Félix, sagte sie. Ein anderes Mal sah ich sie wieder stricken, diesmal für Georges Moustaki. Später strickte sie natürlich auch für Charles Dumont. Ich habe niemals einen fertigen Pullover gesehen. Sie kam nicht dazu, zu schnell fand sie einen neuen Mann“, erinnert sich Vassal.
1962, ein Jahr vor ihrem Tod, heiratete sie den über 20 Jahre jüngeren Sänger Théo Sarapo und sorgte damit für einen der letzten Skandale ihres Lebens.

Edith Piaf – Non, je ne regrette rien

„Dieses Photo ist für mich besonders bewegend, weil es etwa sechs Monate vor Ediths Tod entstand. Sie hatte gerade eine Tournee beendet und war dabei, auszubrennen, wie eine Kerze. Während eines Spaziergangs im Park drehte sie sich zu mir um und sagte: Adieu“, fährt Vassal fort.

Ihre unvergleichliche Stimme holte Edith Piaf quasi von der Strasse ins Rampenlicht. Der “Spatz von Paris” füllte Konzertsäle und wurde zum Weltstar. Als Bruno Coquatrix, der Direktor des Pariser Olympia, sie 1960 um Hilfe bat, war sie selbstverständlich zur Stelle.

Edith Piaf – 50 Photos zum 50. Todestag

„Edith, bitte hilf mir, ich bin gezwungen, das Olympia zu schliessen, die Banken spielen nicht mehr mit, ich bin ruiniert. Edith überlegte einen Moment lang und sagte dann mit einem kleinen Lächeln: Ich werde Dir Dein Olympia retten!
Und sie sang für ihn: Non, je ne regrette rien. Das Chanson sollte sie drei Monate lang singen, gratis, ohne Gage. Und das Olympia war gerettet“
, so Hugues Vassal.

Edith Piaf 50 photos pour le 50ème anniversaire de sa disparition

Edith Piaf 50 photos pour le
50ème anniversaire de sa disparition

Dafür sollte die Bühne Edith Piaf in vielen unglücklichen Momenten aus der Verzweiflung helfen: als ihre kleine Tochter starb und später der Boxer Marcel Cerdan, die grosse Liebe ihres Lebens. Von schweren gesundheitlichen Problemen gezeichnet, starb die grosse Dame des französischen Chansons am 10. Oktober 1963.
Zwei Millionen Menschen kamen zu ihrem Begräbnis.

Hugues Vassal machte rund zehntausend Aufnahmen von Edith Piaf, reiste später als Photoreporter um die Welt und war Mitbegründer der Agentur Gamma.

Vassal zeigt seine Photos unter dem Titel “Edith Piaf 50 photos pour le 50ème anniversaire de sa disparition” bis zum 13. Oktober in Tours, im Hôtel du Grand Commandement. Die Schau endet mit einer Versteigerung am letzten Ausstellungstag.

→ Hugues Vassal

RF/euronews

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