Kapitalflucht aus Russland dramatischer als erwartet

Investitionsklima in Russland habe sich weiter verschlechtert

- von Presseticker  -

I m Februar sind aus Russland etwa sechs Milliarden US-Dollar abgezogen worden, teilte am Donnerstag der russische Vizewirtschaftsminister Andrej Klepatsch mit. Im Januar seien acht bis zehn Milliarden Dollar aus dem Land ausgeführt worden.

Dass sich die Situation der russischen Wirtschaft zum Guten wendet, sei unwahrscheinlich, warnen Experten: Die weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums soll die Kapitalflucht noch befeuern.
In diesem Jahr werden aus Russland laut Prognosen 35 bis 40 Milliarden Dollar abgezogen.

Russland, Rubel

Russland, Rubel

Die russische Zentralbank prognostizierte für dieses Jahr eine Kapitalflucht in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Dabei wurde von einem Ölpreis von 97 Dollar pro Barrel ausgegangen. Die Finanzbehörden schliessen allerdings nicht aus, dass sich die Bilanz ausgleichen könnte, wenn im zweiten Halbjahr mehr Kapital nach Russland fliesst als abgezogen wird.

Finanzminister Anton Siluanow rechnet mit einer Kapitalflucht in Höhe von zehn bis 15 Milliarden Dollar. Doch bereits nach den ersten zwei Monaten dieses Jahres ist mehr Geld aus Russland abgeflossen als für das ganze Jahr prognostiziert.
Wirtschaftsminister Andrej Beloussow hatte Ende Februar von 50 Milliarden Dollar gesprochen, die dieses Jahr aus Russland gebracht werden könnten. 2012 hatte die Kapitalflucht bei 56,8 Milliarden US-Dollar und 2011 bei 80,5 Milliarden US-Dollar gelegen – der höchste Wert seit drei Jahren.

Das Mitglied der Economic Expert Group (EEG) Ilja Prilepski verwies darauf, dass auch Anfang 2012 eine massive Kapitalflucht registriert worden sei (im Januar habe sie bei elf Milliarden Dollar und im ersten Vierteljahr bei 33,3 Milliarden Dollar gelegen).
Danach war sie aber deutlich geringer: 6,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal, 7,6 Milliarden Dollar im dritten und 9,4 Milliarden Dollar im vierten.

Der Experte führte das auf den von der russischen Zentralbank eingeleiteten Übergang zum flexiblen Wechselkurs des Rubels zurück. Prilepski räumte jedoch ein, dass das Investitionsklima in Russland sich weiter verschlechtert und dass die Weltwirtschaft in eine ungewisse Zukunft blickt. „Das zwingt Investoren, ihr Geld in zuverlässigere Aktiva in den USA, Grossbritannien usw. anzulegen.“

Laut Experten rentieren sich Investitionen in Russland kaum. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat ist die Industrieproduktion im Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent gesunken.

Ausserdem haben viele russische Unternehmen ihren Hauptsitz ins Ausland verlegt, weshalb dem russischen Fiskus viele Steuergelder entgehen.

RF/RIA Novosti

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