Indigene bitten WWF keine Misshandlungen im Naturschutz zu finanzieren

Verdrängung von Baka-Pygmäen in Kamerun

- von Presseticker  -

E ine Gruppe von → Baka-Pygmäen und ihre Nachbarn im Südosten Kameruns haben einen leidenschaftlichen Aufruf an den World Wide Fund for Nature (WWF) gerichtet, um die einflussreiche Naturschutzorganisation zu bitten, keine Anti-Wilderer-Einheiten mehr zu finanzieren, die schon seit Jahren die Baka verfolgen.

„Als der WWF seine Arbeit in Ndongo begann, begrüssten wir das; doch die Versprechen, die gemacht wurden und die Dinge die uns gesagt wurden, kamen niemals zustande. Wir werden eurer Arbeit in der Strafverfolgung unterworfen – und wo sind die Versprechen, die ihr gemacht habt?“, schreibt ein Dorfältester in einem Brief.
„Monsieur, bevor Sie Ihre Arbeit hier finanzieren, wollen wir, dass Sie die Menschen in der Region treffen, um die negativen Auswirkungen zu sehen.“

Viele Baka-Kinder haben inzwischen Angst vor Fremden, die ihr Dorf besuchen, nachdem es immer wieder zu Durchsuchungen und Angriffen von lokalen Anti-Wilderer-Einheiten kam

Viele Baka-Kinder haben inzwischen Angst vor Fremden, die ihr Dorf besuchen,
nachdem es immer wieder zu Durchsuchungen und Angriffen von lokalen Anti-Wilderer-Einheiten kam

Ein weiterer Brief fordert den WWF zum Schutz der Indigene dazu auf, kein Geld mehr an die Anti-Wilderer-Einheiten zu geben.

Als grosse Teile ihres angestammten Landes in “Schutzgebiete” und Safari-Jagdzonen umgewandelt wurden, wurde den Baka, die jagen um ihre Familien zu ernähren, zugesagt, dass sie ihr Land weiterhin nutzen dürfen.

Doch inzwischen müssen die Baka in Siedlungen am Strassenrand leben. Sie haben Angst in den Wald zu gehen, der ihnen für Generationen fast alles zum Leben gegeben hat.
Anti-Wilderer-Einheiten nehmen immer wieder Baka und Personen aus benachbarten Gemeinden fest und schlagen und foltern sie im Namen des “Naturschutzes”. Viele Baka sagen, dass Freunde und Angehörige an den Folgen der Misshandlungen gestorben sind.

Obwohl dem WWF diese Misshandlungen seit mindestens 13 Jahren bekannt sind, hat die Organisation keine effektiven Maßnahmen ergriffen und wiederholt erklärt, nicht genug Beweise für den Missbrauch erhalten zu haben.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Nationalparks sind seit ihrer Erfindung für die Vertreibung – manchmal sogar die Vernichtung – indigener Völker verantwortlich. Es reicht nicht, dass Organisationen wie der WWF nur eine ‚Richtlinie’ zum Schutz indigener Völker haben – sie müssen sich auch daran halten.
Wenn der WWF nicht sicherstellen kann, dass die Gelder für die Anti-Wilderer-Einheiten Menschen keinen Schaden zufügen, muss er diesen Teil seines Programms stoppen. Damit der Schutz des Baka-Waldes wirklich funktioniert, muss der WWF helfen ihre Landrechte zu schützen und ihre Expertise respektieren.“

→ Brief 1 an den WWF (PDF)

→ Brief 2 an den WWF (PDF)

RF/Survival International

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