Deutsche Landwirtschaft leidet unter den imperialen Sanktionen

Obstbauer: Wer kein Polster hat, muss diesen Herbst dichtmachen

- von RF  -

W egen der sinkenden Preise nach dem russischen Einfuhrstopp für westliche Lebensmittel müssen deutsche Obst- und Gemüsebauer diesen Herbst dichtmachen, berichtet heute die Berliner Zeitung Der Tagesspiegel.

Das eigentliche Problem der deutschen Gemüse- und Obstbauern sei dabei nicht, dass sie nicht mehr nach Russland liefern können. Denn die Menge an Lebensmitteln, die von Deutschland nach Russland geht, sei auch schon vor dem Embargo vergleichsweise gering gewesen.
Jedoch ist das Ergebnis der imperialen Sanktionen und der Gegenreaktion Russlands, dass auf dem internationalen (westlichen) Markt jetzt das Angebot gestiegen und somit die Preise gefallen sind.

Deutsche Landwirtschaft leidet unter den imperialen Sanktionen

Deutsche Landwirtschaft leidet unter den imperialen Sanktionen

Für ein Kilogramm Äpfel bekamen Obstbauern vor einem Jahr noch etwa 40 Cent. „Diesen Herbst wird es etwa die Hälfte sein“, zitiert Der Tagesspiegel Thomas Bröcker, der einen Bauernhof in Frankfurt/Oder betreibt.
„Ich schätze, dass zurzeit etwa 1,2 Millionen Tonnen Äpfel zu viel auf dem Markt sind.“ Der Deutsche Fruchthandelsverband geht zudem von einer Rekordernte in diesem Jahr aus.

Wie stark das russische Embargo die Apfelpreise beeinflusst, wird Bröcker erst in den kommenden Wochen erfahren, wenn die Hauptvermarktungszeit beginnt, betont die Zeitung. Er befürchte einen harten Winter.
„Wer kein Polster hat, muss diesen Herbst dichtmachen“, sagt der Obstbauer und erinnert an zwei seiner Kollegen, die ihren Hof aufgeben werden.

Neben den Obst- und Gemüsebauern werden auch die Milchbauern von dem verstärkten innereuropäischen Wettbewerb unter Druck gesetzt, heisst es weiter. Europäische Milchproduzenten wenden sich verstärkt dem inneren Markt zu, um Absatzverluste in Russland auszugleichen.
Das Überangebot macht der Einzelhandel sich zunutze. Anfang September senkte Aldi den Preis für Butter bereits um 14 Prozent, demnächst stehen Verhandlungen zum Käse- und Joghurtpreis an.

Im Laufe der Woche will die EU-Kommission sich zu weiteren Hilfen für die gebeutelten Landwirte äussern. 125 Millionen Euro sollen dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge europäische Obst- und Gemüsebauern erhalten, um die Einkommensausfälle abzufedern.
Schon ein paar Wochen nach der Ankündigung legte die EU die Subventionen allerdings wieder auf Eis. Grund dafür war, dass allein aus Polen eine Flut aus Anträgen einging.

Die Aussicht für deutsche Landwirte, etwas von den Geldern zu erhalten, ist aber ohnehin gering, da sie hauptsächlich indirekt von dem Embargo betroffen sind.

RF/RIA Novosti

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