Stromsperren: Viele Hartz IV-Opfer können Strom nicht mehr bezahlen

Hartz IV-Regelsatz kann steigende Energiepreise nicht ausgleichen

- von RF  -

W ährend auch deutsche NATO-Steuergelder Krieg und faschistischen Terror über die Ukraine bringen, verschärft sich die Situation der Opfer von Kapitalismus und Hartz IV in Deutschland weiter dramatisch.
Der Hartz IV-Regelsatz reicht nicht aus, um die steigenden Energiekosten aufzufangen. Dies führt immer mehr zu Stromsperrungen, wie die Diakonie Mark-Ruhr in der WAZ berichtet. Ein Umstand, der sich in Bezug auf die steigende Energiearmut auf die ganze Bundesrepublik erstreckt.

Zwar sind alle Bürger von den steigenden Strom- und Energiekosten betroffen, besonders hart trifft es aber Menschen im Bezug von Sozialleistungen sowie Geringverdiener, die gerade so viel Einkommen erwirtschaften, dass sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben.

Kapitalismus, Stromsperren: Viele Hartz IV-Opfer können Strom nicht mehr bezahlen

Kapitalismus, Stromsperren: Viele Hartz IV-Opfer können Strom nicht mehr bezahlen

Im vergangenen Jahr erteilte der Energieversorger für den Ennepe-Ruhr-Kreis (AVU) 8.003 mal den Auftrag, Stromsperren durchzuführen. In 1.689 Fällen kam es auch dazu, dass tatsächlich der Strom abgestellt wurde, so die Zahlen der Schuldnerberatung der Diakonie Schwelm.
Experten gehen davon aus, dass es sich bei dem überwiegenden Teil der Stromsperrungen um Hartz IV-Haushalte handelt. Dass die Zahl der Stromsperrungen nicht noch höher ausfiel, liegt darin begründet, dass Betroffene ihre Rechnung teilweise im letzten Moment durch finanzielle Unterstützung von Freunden sowie in Einzelfällen auch durch die Sozialleistungsbehörden ausgleichen konnten.

Hartz IV-Regelsatz unzureichend

Wie gering der Hartz IV-Regelsatz im Verhältnis zu den gestiegenen Energiekosten ausfällt, soll ein Beispiel der Diakonie anhand einer vierköpfigen Familie verdeutlichen.

So sind für eine Bedarfsgemeinschaft, eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern im Alter von zwölf und 14 Jahren monatlich 80,23 Euro für Energieversorgung vorgesehen. Im Schnitt müssen jedoch monatlich 95 Euro von einer Familie aufgebracht werden, um die Rechnung zu begleichen.
Monatlich also ein Minus von rund 15 Euro.

Dieses Defizit muss dann an anderen Stellen eingespart werden und da der Regelsatz bei Hartz IV-Opfern so knapp bemessen ist, führt dies in vielen Fällen dazu, dass bei wichtigen Dingen wie Lebensmitteln, notwendiger Kleidung und Hygieneartikeln Abstriche gemacht werden müssen.

Jobcenter Darlehen helfen nur kurzfristig

Eine Darlehensaufnahme beim Jobcenter, um Stromschulden zu bezahlen, kann zwar kurzfristig eine Stromsperrung verhindern, führt aber zu einem Teufelskreis. Denn das aufgenommene Geld muss anschliessend aus dem Regelsatz wieder zurückgezahlt werden, so dass es in den Folgemonaten wieder fehlt.

Im Endeffekt führt dies zu weiteren Entbehrungen und auch zukünftige Stromsperrungen werden dadurch nicht verhindert.

Die Diakonie fordert daher, dass der Hartz IV-Regelsatz an die tatsächlichen Energiebedarf angepasst wird. Gleichzeitig sollen Energieschulden nicht mehr darlehensweise von den Jobcentern sondern als Zuschuss übernommen werden.

RF/→ hartz-iv.info

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