Griechenland: Jetzt fast zwei Drittel der Jugendlichen ohne Arbeit

Verelendung ist die Folge von Kapitalismus und EU-Politik

- von RF  -

I n Griechenland ist die Arbeitslosigkeit allein nach offiziellen Zahlen auf einen neuen Rekord gestiegen und jetzt mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2008, als die Krise begann. Sie ist derzeit zugleich mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt der Euro-Zone.

Eine Arbeitslose: „Wir sehen keine positiven Zeichen, ganz sicher nicht. Alle suchen Jobs. Alle bewerben sich um diese 5-Monats-Trainings-Programme.
Aber selbst damit steht man nach fünf Monaten wieder auf der Strasse. Es ist nichts als eine Pause, für 5 Monate, 6 Monate, je nach Programm.“

Griechenland: Jetzt fast zwei Drittel der Jugendlichen ohne Arbeit

28 Prozent im November, so hoch war die Arbeitslosenquote laut griechischer Statistikbehörde noch nie. Im Oktober waren es nach revidierten Zahlen 27,7 Prozent. Eklatant ist die Jugendarbeitslosigkeit: Von den 15- bis 24jährigen auf dem Arbeitsmarkt waren im November 61,4 Prozent ohne Arbeit .
Wenn deren Zahl so weiterwächst, sind im Sommer zwei Drittel arbeitslos.

Die Regierung rechnet dieses Jahr mit 0,6 Prozent Wirtschaftswachstum und sieht sich bei der Haushaltssanierung “auf gutem Weg” – gemeint ist auf gutem Weg für das Kapital. Sie steht aber vor den Kommunal- und der Europawahlen im Mai massiv unter Druck, auch auf dem Arbeitsmarkt Erfolge vorzuweisen.

Symela Touchtidou, euronews: „Die griechische Regierung bereitet den ersten Ausflug des Landes an die internationalen Finanzmärkte nach vier Jahren vor. Mit einer erfolgreichen Auktion würde Griechenlands zu den Ländern zählen, die den Rettungsschirm hinter sich lassen.
Trotzdem ist Griechenland das einzige Land im Hilfsprogramm, in dem die Arbeitslosigkeit weiter steigt und und im europäischen Rahmen beispiellos ist – ohne absehbare Zeichen, dass sich dieser Trend in naher Zukunft umdrehen könnte.“

RF/euronews

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