Filmdokumentation über die Hintergründe der Freilassung Mandelas

"Plot for Peace" auf dem Hamptons International Film Festival

- von Presseticker  -

A m 13. Februar 1990, zwei Tage nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis, verkündete Nelson Mandela ein neues Südafrika. Unter den vielen Zuschauern im Fussballstadion von Soweto sass ein Mann, dessen Bemühungen in 80er Jahren diesen Tag ermöglicht hatten: der französische Geschäftsmann und Vermittler Jean-Yves Ollivier. euronews sprach mit ihm über den Dokumentarfilm Plot for Peace auf dem Hamptons International Film Festival.

Jean-Yves Ollivier: „Natürlich war das für mich ein ganz herausragender Augenblick, als Mandelas berühmtes Gesicht auftauchte, herbeigezerrt von seiner Frau Winnie Mandela, die ich sehr gut kannte. Die Rede, die er damals hielt, entsprach voll und ganz meinen Erwartungen, erfüllte mich jedoch vor allem mit dem Gefühl, dass ich Recht hatte, dafür zu kämpfen, dass dieser Mann aus dem Gefängnis kam.“

Filmdokumentation über die Hintergründe der Freilassung Mandelas

Plot for Peace berichtet, wie es Jean-Yves Ollivier gelang, das Vertrauen zerstrittener Parteien und Staatsführer in Afrika zu gewinnen und einen äusserst komplexen Gefangenenaustausch auszuhandeln. Seine Bemühungen ebneten den Weg für Verhandlungen, den Abzug Kubas aus Angola und Namibias Unabhängigkeit.
Der damalige südafrikanische Präsident Frederik De Klerk veranlasste die Freilassung Mandelas und leitete damit das Ende der Apartheid ein.

Jean-Yves Ollivier: „Mir war zu diesem Zeitpunkt ist klar, wenn es uns nicht gelingt, die beiden Parteien, Weisse und Schwarze, auszusöhnen, kommt es zu einem Blutbad. Ich war mir sicher, dass die schwarze Bevölkerung siegreich hervorgehen würde, sie war zahlenmäßig in Übermacht, sie kämpfte für die gerechte Sache.
Was ich um jeden Preis verhindern wollte, war, dass der sichere Sieg der Einen nicht zum Untergang der anderen Bevölkerungsgruppe führt.“

Der Dokumentarfilm von Carlos Agulló und Mandy Jacobsen basiert auf Jean-Yves Olliviers Berichten, der die Geschehnisse als Beteiligter und Augenzeuge in den Kulissen der Macht miterlebte.

Jean-Yves Ollivier: „Mandela ist eine Notwendigkeit für die Menschheit. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben alle Beteiligten, alle Institutionen, Gruppierungen, Organisationen und Individuen ein gemeinsames Ziel, mit Ausnahme von ein paar Weissen in Südafrika.
Mandela ist der erste Mann in der Geschichte der Menschheit, der für Einstimmigkeit sorgte.“

Nelson Mandela traf Jean-Yves Ollivier erstmals ein paar Tage nach dem seiner Rede in Soweto. 1995 zeichnete er den Franzosen mit dem Verdienstorden “Order of Good Hope” aus.

Jean-Yves Ollivier: „Ich bedauere zutiefst, dass dieser Film nicht zwei Jahre früher entstanden ist. Ich bin mir sicher, dass Mandela mitgemacht hätte.“

Plot for Peace lässt viele Zeitzeugen zu Wort kommen gewährt auf spannende Weise Einblick in ein wichtiges Kapitel der jüngsten Geschichte.

RF/euronews

Schlagwörter # , , ,

Rote Fahne bezahlen

Kommentieren

Anmelden  (optional)

NUTZUNGSBEDINGUNGEN
Benutzerprofile, Artikel, Beiträge und Kommentare mit zionistischem, faschistischem, stalinistischem Inhalt oder die gegen gesittete Umgangsformen verstoßen, und/oder nicht den Inhalt des kommentierten Artikels zum Gegenstand haben, und/oder einen Standpunkt nicht sachlich begründen, werden gelöscht.
Benutzerprofile ohne Beiträge werden in regelmäßigen Abständen gelöscht.
Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Klarnamen und/oder reale eMail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) zu löschen.
Kontakt Moderation: Moderation |at| RoteFahne.eu

twitter facebook google+