Angeblicher Drogenfund: Greenpeace weist Anschuldigungen zurück

Medikamente nach niederländischem Seerecht wurden mitgeführt

- von Presseticker  -

D ie russische Justiz, die gegen die Besatzung des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise bereits eine Anklage wegen „bandenmäßiger Piraterie“ erhoben hat, erwägt nun, die sog. “Arctic 30″ wegen weiterer „schwerer Verbrechen“ zu belangen.

Greenpeace International hat heute Anschuldigungen, an Bord des Schiffes seien Drogen und illegale Güter gefunden worden, mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen.

Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise

Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise

„Wir können nur vermuten, dass sich die russischen Behörden auf die Medikamente beziehen, zu dessen Mitführung die Arctic Sunrise nach niederländischem Seerecht verpflichtet ist“, heisst es in einer Stellungnahme von Greenpeace International.
Die Arctic Sunrise fährt unter niederländischer Flagge. Damit war sie seerechtlich gleichbedeutend mit niederländischem Territorium, als sie vom russischen Geheimdienst FSB am 19. September in der ausschliesslichen Wirtschaftszone (AWZ) vor der Küste Russlands aufgebracht wurde.

Auf der Arctic Sunrise herrscht ein striktes Drogenverbot. Bevor das Schiff aus Norwegen aufgebrochen und in die russische Arktis gefahren ist, wurde das Schiff von den norwegischen Behörden im Rahmen einer routinemäßigen Überprüfung mit einem Spürhund durchsucht.
Bei dieser Durchsuchung wurden keinerlei Drogen gefunden, die Drogengesetze in Norwegen zählen zu den schärfsten der Welt.

Greenpeace weist Drogenvorwürfe zurück

Bereits vor einigen Wochen sei „jeder Winkel des Schiffes“ von den russischen Behörden durchsucht worden, wie es in der Greenpeace-Stellungnahme heisst. Angesichts dessen liege der Verdacht nahe, dass es sich bei dem angeblichen Drogenfund um ein Ablenkungsmanöver handle, mit dem die Ermittlungsbehörde versuche, der weltweiten Empörungswelle gegen die Inhaftierung der “Arctic 30″ etwas entgegenzusetzen.

Zu der Crew der Arctic Sunrise gehört ein Arzt, der auf eine zehnjährige Erfahrung in russischen Krankenhäusern zurückblickt. Bestimmte Arzneien befinden sich in einem Sicherheitsschrank, zu dem nur dieser Arzt und der Kapitän des Schiffes Zugang haben.

„Wir wissen, dass der Sicherheitsschrank bei der Durchsuchung des Schiffes durch die russischen Behörden aufgebrochen wurde. Wir können nur annehmen, dass sich die Ermittler auf die dabei gefundenen medizinischen Vorräte bezieht“, mutmaßt Greenpeace International.

RF/Greenpeace

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