Der gelbe Fluch – Folgen des Uranabbaus in Afrika

IPPNW-Urankonferenz in Tansania, Ärzte-Exkursion zu Uranminen

- von Presseticker  -

U nter dem Motto „Uranabbau: Folgen für Gesundheit und Umwelt“ veranstalten die IPPNW-Sektionen Schweiz und Deutschland und das uranium network gemeinsam mit ihren tansanischen Partnerorganisationen NaCum (National Coalition on Uranium Mining) und CESOPE vom 01. bis 06. Oktober 2013 eine Urankonferenz in Dar el Salaam in Tansania.

Um den anhaltenden Bedarf an Uran für Atomkraftwerke und Atomwaffen (und Uranmunition) der Industrieländer zu decken, werden zunehmend afrikanische Vorkommen abgebaut, was zu erschreckenden Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung führt.

Uranium-Mine (Archiv)

Uranium-Mine (Archiv)

Aufgrund geringster Konzentrationen von Uran im Erz müssen riesige Mengen Fels bewegt und zermahlen werden. Zurück bleiben rund 80 Prozent der ursprünglichen Radioaktivität in den sog. “tailings”.
Diese Abraumhalden sind auf unabsehbare Zeit eine immense Gefahr für die Gesundheit der Menschen, für Flora und Fauna, die gesamte Biosphäre.

Seit Jahren gibt es Probebohrungen auch in Tansania. Dort wurden grössere Vorkommen entdeckt. Bergbaukonzerne und Politik lassen die Bevölkerung über die Konsequenzen der Bohrungen im Unklaren, aufkommende Proteste werden unterbunden.
Selbst minimale Standards zum Schutz der Umwelt werden ignoriert, radioaktive Abfälle nicht beseitigt. Die Nichtregierungsorganisation CESOPE berichtet seit Dezember 2012 über Gesundheitsprobleme bei mindestens 200 Menschen, die mit verseuchtem Wasser beim Reisanbau in Berührung gekommen sind.

Die deutsche Atomindustrie ist abhängig von Uranimporten auch aus Staaten ausserhalb der OECD. Die Bundesregierung und die EURATOM Supply Agency verschleiern die Herkunft des Urans, das für den Betrieb deutscher Atomkraftwerke genutzt wird.

Uranium Mining

Uranium Mining

Zwar lassen sich anhand des Datenmaterials die Lieferländer nachvollziehen, nicht aber die Ursprungsländer. Die IPPNW deckte 2010 in dem Report „Die Versorgung Deutschlands mit Uran“ auf, dass sich unter den Herkunftsländern Staaten wie Niger und Namibia befinden, in denen Umwelt- und Sozialstandards massiv verletzt werden.

Die internationale IPPNW fordert aufgrund der ernsthaften Bedrohung für Gesundheit und Umwelt eine Ächtung des Uranabbaus.

Die Vorsitzende der deutschen Sektion der IPPNW Susanne Grabenhorst und Vorstandsmitglied Dr. Helmut Lohrer werden an der Urankonferenz in Tansania und einer Exkursion zu den geplanten Uranminen teilnehmen.

→ Informationen über die Uran-Konferenz (PDF)

RF/IPPNW

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