Israel: 30.000 Beduinen von Vertreibung bedroht

Zwangsumsiedlung - Vortragstour mit dem israelischen Bürgerrechtler Dr. Gadi Algazi

- von Presseticker  -

I n diesem Juli organisiert das IPK zwischen dem 15. und dem 21. eine Vortragsreise mit dem deutschsprachigen Bürgerrechts- und Menschenrechtsaktivisten Dr. Gadi Algazi aus Tel Aviv, die durch sechs deutsche Städte führen wird.

Den Themen-Schwerpunkt bildet die Situation der arabischen Beduinen (israelische Staatsbürger!) im Negev, von denen rund einhunderttausend in rund 40 nicht anerkannten Dörfern leben, die über keinerlei öffentliche Infrastruktur – Strassen, Kanalisation, Elektrizität, Schulen, Krankenhäuser etc. verfügen.
30.000 bis 70.000 von ihnen sollen im Rahmen eines staatlichen sog. “Entwicklungsprogramms” durch Zwangsumsiedlung von ihrem Land getrennt und in einigen wenigen Orten konzentriert werden.

Widerstand in Palästina

Widerstand in Palästina

Thematisiert wird auch der Jüdische Nationalfond (JNF), der an diesem “Entwicklungsprogramm” beteiligt ist, während seine deutsche Tochter-Organisation hierzulande vortäuscht, dass es sich bei ihm um eine Art Umweltschutzorganisation handele.

→ Göttingen 15.07. (Mo) (PDF)
→ Solingen 16.07. (Di)
→ Bonn 18.07. (Do)
→ Darmstadt 19.07. (Fr)
→ Nürnberg 20.07. (Sa)
→ Freiburg 21.07. (So)

Hintergrund

Hinter dem Schatten, den die Revolten und Bürgerkriege im Nahen Osten werfen, schreitet die Vertreibung von Palästinensern durch israelische Behörden unvermindert voran.

Betroffen sind nicht nur die Palästinenser im besetzten Jerusalem und den besetzten Gebieten, wo Israel in “Zone C” (62 Prozent der Fläche) die Siedlungen ausdehnt und die Lebensgrundlagen der Palästinenser konfisziert und zerstört.
Opfer dieser Politik sind auch palästinensische Staatsbürger Israels, ganz besonders die im Süden Israels (Negev) lebenden Beduinen.

90 Prozent der Beduinen wurden während des sog. “israelischen Unabhängigkeitskrieges” im Jahr 1948 vertrieben. Die verbliebenen zehn Prozent wurden zwangsumgesiedelt und ihres Landes und ihrer Güter beraubt, so wie alle von Israel vertriebenen Palästinenser.
Heute leben rund 70.000 der circa 200.000 Beduinen “illegal” auf ihrem ehemaligen Land; in circa 40 nicht anerkannten Dörfern, die über keinerlei Infrastruktur verfügen.

Nach dem Willen des israelischen Gesetzgebers sollen mindestens 30.000 dieser Beduinen zwangsweise in von Armut geplagten Planstädten konzentriert werden. Ihre Dörfer sollen planiert werden und vom Jüdischen Nationalfonds angepflanzten Wäldern sowie jüdischen Siedlungen weichen.
Die Gesetzgebung (Prawer-Begin Gesetz) für die grösste Zwangsumsiedlung seit dem sog. “Unabhängikeitskrieg” hat unlängst die erste parlamentarische Hürde genommen.

Dr. Gadi Algazi wurde 1961 in Tel-Aviv geboren, hier lebt er noch heute. Er hat in Göttingen promoviert und ist heute Professor für Mediävistik an der Universität Tel-Aviv.
Algazi kann auf eine lange Geschichte in der israelischen Bürgerrechtsbewegung zurückblicken. Bereits als Achtzehnjähriger organisierte er eine Gruppe von Kriegsdienstverweigerern. 1979 verweigerte er den Dienst in der israelischen Armee und wurde dafür ins Gefängnis geworfen. Frei kam er dank einer internationalen Kampagne auch mithilfe von amnesty international.
2000 war er an der Gründung der jüdisch-arabischen Gruppe Ta’ayush (Zusammenleben) beteiligt, die in der Westbank zahlreiche gewaltlose Aktionen zur Unterstützung der palästinensischen Zivilbevölkerung gegen die Mauer organisierte.
Heute ist er vor allem für Tarabut-Hithabrut aktiv, die nach dem Libanonkrieg 2006 gegründet wurde. Diese Gruppe ist eine jüdisch-arabische Organisation, die versucht, benachteiligte und diskriminierte Juden und Palästinenser in Israel zusammenzubringen.
In diesem Zusammenhang hat sich Gadi besonders für die Beduinen im Negev, im Süden Israels eingesetzt, von denen aktuell mehrere zehntausend von Enteignung und Vertreibung bedroht sind.

RF/IPK

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