Britischer Geheimdienst greift globalen Internetverkehr an

Imperiale Totalüberwachung ist Alltagsrealität

- von Presseticker  -

D ie nächste Enthüllung des Whistleblower Edward Snowden zur imperialen Totalüberwachung: Der GCHQ (Government Communications Headquarters) hat sich illegal Zugang zum globalen Datenverkehr verschafft. Riesige Datenmengen wurden gesammelt und mit dem US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) ausgetauscht.

Der britische Geheimdienst GCHQ hat laut dem Bericht der britischen Zeitung The Guardian ein Transatlantik-Internet-Glasfaserkabelnetzwerk angegriffen, über das der weltweite Telephon- und Internetverkehr abgewickelt wird.

Der GCHQ wertet dem Guardian zufolge unter dem Codenamen “Tempora” grosse Mengen an persönlichen Daten aus, die mit dem Geheimdienst NSA des US-Regimes ausgetauscht werden. Dazu gehören Aufnahmen von Telephongesprächen, eMails, facebook-Einträge sowie Website-Besuche – also auch das Lesen kritischer Presse.

George Orwell, 1984, Big Brother

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Die entnommenen Daten werden jeweils in einem Zeitraum von 30 Tagen analysiert. Die Operation laufe bereits seit 18 Monaten.
Nach europäischen Rechtsnormen sind solche Angriffe auf Daten der Bürger illegal.

Die schiere Menge, die dabei erfasst werde, lasse sich laut Guardian an den Namen der zwei Hauptkomponenten des Programms ablesen: “Mastering the Internet” und “Global Telecoms Exploitation” (“Das Internet beherrschen” und “Die globale Telekommunikation ausschöpfen”).
Durch jedes der Glasfaserkabel fließen 10 Gigabit Daten pro Sekunde, schreibt der Guardian. Insgesamt hätten sie die Kapazität, 192 Mal am Tag den Bestand der British Library zu übertragen. Die Bibliothek archiviert mehr als 25 Millionen Bücher.

Die Öffentlichkeit, so der Guardian, sei über all dies nicht informiert worden. Das Blatt beruft sich auf Dokumente, die der Zeitung über den Enthüller der NSA-Bespitzelungsaffäre, Edward Snowden, zugespielt wurden.
Der Skandal sei daher nicht nur ein Verbrechen der USA, auch Grossbritannien spiele eine zentrale Rolle in der Affäre. Snowden nannte das Programm der Briten die „grösste verdachtsunabhängige Überwachung in der Geschichte der Menschheit“.

Bereits vor zwei Wochen hatte der Guardian über die Kooperation der beiden Geheimdienste berichtet. Damals war bekannt geworden, dass der britische Geheimdienst über die NSA Zugang zu der Überwachungsprogramm PRISM gehabt und auf diesem Wege Nutzerdaten von Internetdiensten ausspioniert hat.
Die Zeitung stützt sich dabei auf interne Dokumente des GCHQ, das mehr als 100 Berichte über Überwachungsmaßnahmen seit 2010 angefertigt hat.

RF/Reuters

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