Dioxin-Prozess: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Fett aus Altspeiseresten untergemischt

- von Presseticker  -

V or zwei Jahren schreckte der Skandal um Dioxin in Tierfutter die Verbraucher auf. Nun müssen sich im ersten Gerichtsverfahren um den Skandal zwei Manager in Niedersachsen verantworten.

Mehr als zwei Jahre nach dem Dioxin-Skandal um verseuchtes Futtermittel stehen seit Mittwoch erstmals zwei Angeklagte in Niedersachsen vor Gericht. Die ehemaligen Geschäftsführer eines Futtermittelherstellers aus Damme (Landkreis Vechta) müssen sich vor dem Amtsgericht Vechta wegen Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch verantworten.

Dioxin in Lebensmitteln

Dioxin in Lebensmitteln

Einer der beiden Angeklagten bestritt zu Prozessbeginn die Vorwürfe. Er sei für die Mischfutterherstellung gar nicht zuständig gewesen, sagte sein Anwalt. Die beiden Männer sollen laut Anklage ihren Kunden Anfang 2011 noch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt haben, als sie bereits von einer möglichen Dioxin-Belastung gewusst hätten.

Bekannt geworden war der Dioxin-Skandal Ende 2010. Der Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch aus Uetersen in Schleswig-Holstein hatte nach den Ermittlungen der Behörden technische Mischfettsäure zur Herstellung von Futtermittelfett verwendet.
Das verseuchte Fett war dann an weitere Futtermittelhersteller in mehreren Bundesländern gegangen.

Nachdem das Dioxin in Fleisch und Eiern nachgewiesen werden konnte, sperrten die Behörden bundesweit knapp 5.000 Bauernhöfe und liessen vorsorglich Zehntausende Hühner und Schweine töten.

Auch zwei Ex-Vorstände von Harles und Jentzsch stehen seit Mitte März unter Anklage – allerdings nicht wegen der Dioxin-belasteten Futtermittel. Absicht konnten die Ermittler dem ehemaligen Geschäftsführer und dem Ex-Prokuristen nicht nachweisen.
Allerdings soll die Firma laut Staatsanwaltschaft Itzehoe ihrem Futtermittelfett zwischen Oktober 2009 und Juli 2010 auch Fett aus Altspeiseresten untergemischt haben. Dieses stammte beispielsweise aus Imbissbuden. Die Anklage lautet auf gewerbsmäßigen Betrug in 102 Fällen.

RF/foodwatch/dpa

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