Proteste an Shell-Tankstelle bei Davos

Pannenserie des Ölkonzerns in Alaska

- von Presseticker  -

S eit heute morgen protestieren 25 Greenpeace-Aktivisten aus Europa auf einer Shell-Tankstelle unweit des Weltwirtschaftsforums in Davos gegen Pläne des Konzerns in der Arktis nach Öl zu bohren.

Die Aktivisten aus Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich haben drei Tonnen Eis auf dem Vorplatz der Tankstelle verteilt. Auf dem Eis sitzt ein täuschend echter Eisbär. Am Dach der Tankstelle hängt ein Transparent mit der Aufschrift: „Arktisches Öl – zu riskant“.

Auch Kumi Naidoo, Exekutivdirektor von Greenpeace International, befindet sich auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF). Naidoo sagt: „Die gewaltigen Risiken, die Shell in der Arktis eingeht, sind für die Investoren, die unberührte Umwelt und das Klima gleichermaßen eine schlechte Nachricht.
Nach einer Pannenserie in Alaska, bei der der Konzern von einem gefährlichen Zwischenfall zum nächsten strauchelte, ist klar: Shell ist nicht in der Lage, eine solch waghalsige Unternehmung auch nur annähernd sicher durchzuführen.“

Aktivisten protestieren im Rahmen des WEF an einer Shell-Tankstelle bei Davos, 25.01.2013

Aktivisten protestieren im Rahmen des WEF an einer Shell-Tankstelle bei Davos, 25.01.2013

Greenpeace fordert den Ausschluss von Shell vom Weltwirtschaftsforum

Peter Voser, Vorstandsvorsitzender von Shell, befindet sich gegenwärtig ebenfalls in Davos, wo sein Konzern am Donnerstag mit dem diesjährigen Publikums-Preis des Public Eyes ausgezeichnet wurde.
Der Schmähpreis geht jeweils an das am wenigsten nachhaltige Unternehmen der Welt.

Greenpeace fordert das WEF heute auf, darüber nachzudenken, ob zerstörerische Konzerne wie Shell auch in Zukunft nach Davos eingeladen werden sollten. Die Umweltschutzorganisation plädiert für einen Ausschluss vom WEF, solange Shell sein Arktis-Programm fortführt.

Shells 28.000 Tonnen schwere Bohrplattform Kulluk war kürzlich unweit der alaskischen Insel Kodiak auf Grund gelaufen, nachdem bei stürmischer See mehrere Schleppseile gerissen waren.
Der Zwischenfall veranlasste die US-Regierung, das gesamte Arktis-Bohrprogramm von Shell zu untersuchen.

Greenpeace hat eine internationale Kampagne gestartet, um die unbewohnten Gebiete am Nordpol zum Schutzgebiet zu erklären. Inzwischen haben sich schon mehr als 2,3 Millionen Menschen auf savethearctic.org der Bewegung angeschlossen, darunter Persönlichkeiten wie Paul McCartney, Richard Branson und Penelope Cruz.

→ savethearctic.org
→ Chronologie der Shellpannen

RF/Greenpeace

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