Aufregung um russisches Adoptionsgesetz

USA und Russland liefern sich juristischen Schlagabtausch

- von Presseticker  -

R usslands Präsident Wladimir Putin hat ein Gesetz unterzeichnet, das US-Bürgern die Adoption russischer Kinder verbietet. Von offizieller Seite heisst es, damit solle verhindert werden, dass US-Amerikaner straffrei bleiben, die ihre Aufsichtspflicht gegenüber ihren Adoptivkindern verletzen.

Bezug genommen wird dabei auf einen Fall von 2008, als ein russischstämmiges Kleinkind von seinem Vater alleingelassen bei brütender Hitze im Auto starb. Der Mann war von einem US-Gericht freigesprochen worden.

Von Seiten einer russischen Agentur für Kinderadoption wurde das Gesetz mit Bedauern aufgenommen: „Das ist sehr Schade, viele Waisen finden in den USA eine neue Heimat, sie werden jetzt hier bleiben müssen“, so Galina Sigayeva von New Hope Christian Services.
Und die Vize-Chefin von Human Rights Watch, Rachel Denber, erklärt dann, worum es in ihren Augen geht: „Das ist doch nichts als eine politische Retourkutsche“, kritisiert sie. „Und das noch dazu auf dem Rücken von Kindern, das muss aufhören.“

Aufregung um russisches Adoptionsgesetz

Denn als Hintergrund für das neue russische Adoptionsverbot sehen viele ein US-Gesetz, das Präsident Obama vor wenigen Wochen unterzeichnet hat: den Magnitsky Act. Dieser sieht Sanktionen gegen russische Beamte vor, die gegen Menschenrechte verstoßen.
Der Name Magnitsky Act ist symoblisch gewählt, denn Sergej Magnitsky war ein russischer Anti-Korruptionsanwalt, der nach einem Jahr Haft unter von Menschenrechtsorganisationen kritisierten Umständen starb.

Und just im Fall Magnitsky dann am Freitag ein Freispruch von russischer Seite: der einstige Vize-Chef des Gefängnisses, in dem Magnitsky einsass, wurde für nicht schuldig befunden – der Anklagepunkt lautete Mord.
Als offizielle Todesursache Magnitskys wurde damals ein Herzinfarkt angegeben. Der Anwalt selbst hatte sich jedoch aus der Haft selbst mit dutzenden Protestschreiben an die Behörden gewandt und behauptet, er sei misshandelt worden.

RF/euronews

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