Roboter im medizinisch-chirurgischen Einsatz

Roboter als nützliche Werkzeuge, um Präzision und Effizienz bestehender Techniken zu steigern

- von Presseticker  -

R obotische Chirurgie ist bereits eine Erfolgsgeschichte“, sagt Paolo Dario, Koordinator des ARAKNES-Projekts am Institut für Biorobotik der italienischen Elitehochschule Scuola Superiore Sant’Anna (SSSA) in Pisa.
Luca Morelli, Chirurg am Cisanello-Krankenhaus von Pisa, fügt hinzu: „Chirurgieroboter sind schon auf dem Markt. Und wir können mit ihnen bereits operieren.“

Nochmals Paolo Dario: „Seit dem 01. Januar sind weltweit 220.000 Patienten mithilfe von Robotern operiert worden.“
Paolo Fiorini, Koordinator des I-SUR-Projekts an der Universität von Verona: „Roboter sind bereits echte chirurgische Instrumente. Wir müssen sie nun verbessern.“

An diesem Biorobotik-Institut wird ein bisher einmaliges robotisches Chirurgie-System entwickelt. Die beteiligten europäischen Forscher wollen damit den Chirurgen zusätzliche Hände geben, Hände im Bauch des Patienten.
Gianluigi Petroni, biomedizinischer Ingenieur am Institut für Biorobotik der SSSA: „Der Roboter gelangt durch den Bauchnabel in den Körper des Patienten. Wir führen zuerst eine kleine Kapsel ein. Durch diese Kapsel führen wir dann einen Roboterarm ein, und dann den zweiten.
Der Roboter wird konfiguriert, wenn er im Körper ist, und dann kann ihn der Chirurg von aussen steuern.“

Roboter im medizinisch-chirurgischen Einsatz

Der Roboter sendet dreidimensionale Bilder nach draussen. So kann der Chirurg mit grosser Genauigkeit arbeiten, auch in nicht gut zugänglichen Bereichen. Und er hinterlässt keine sichtbare Narbe.
Luca Morelli: „Operationen durch einen einzigen Zugang zum Körperinnern gibt es heute nur in wenigen Bereichen. Mit dieser Technologie könnte man den Anwendungsbereich erweitern und schwierigere Operationen durchführen – an Organen, die man derzeit über einen Einzelzugang nur schwer erreichen kann.“

Forscher wollen den Prototyp bald in echten Operationssälen zum Einsatz bringen. Dafür muss das Gerät miniaturisiert werden. Und das ist noch nicht alles.
Arianna Menciassi, Ingenieurin am Institut für Biorobotik der SSSA: „Um den Roboter im industriellen Maßstab herzustellen, müssen wir zunächst überlegen, wie wir die Motoren sterilisieren. Und wir müssen einige mechanische Aspekte weiter erforschen, damit sie zuverlässiger und preisgünstiger werden.“
Gianluigi Petroni: „Um den Roboter zu miniaturisieren, brauchen wir kleinere Motoren, doch die sind schwächer. Der Roboter braucht aber eine gewisse Kraft, um sich im menschlichen Körper zu bewegen. Dieses Problem zu lösen ist eine riesige Aufgabe.“

Paolo Dario: „Ein Chirurgie-Robotersystem muss gewissen realistischen Anforderungen entsprechen. Es muss zuverlässig sein. Der Preis muss angemessen sein. Und die Technologie muss richtig gewartet werden, damit der Patient Vertrauen hat, bevor er sich operieren lässt.“

Im Hinblick auf Roboter im Operationssaal sind europäische Forscher sehr zuversichtlich. Sie hätten gern Roboter, die einen grossen Teil der Operation selbständig durchführen.
In diesem Institut in Verona ist es das Ziel von Wissenschaftlern, intelligente Roboter zu entwickeln, die gewisse Prozeduren wie Schneiden und Nähen eigenständig durchführen.

Dieser Roboterarm soll allein in ein anatomisches Modell eindringen und nach einem Nierentumor suchen. Die Forscher haben Mechanik und Software des Roboters entsprechend entwickelt.
Riccardo Muradore, Ingenieur an der Universität von Padua: „Wir haben mit Chirurgen gesprochen, um ihre Operationstechniken kennenzulernen. Aber für einen Praktiker es ist nicht leicht, solche Prozeduren genau zu beschreiben – im Hinblick auf Kräfte, Geschwindigkeiten und Richtungen.
Wir haben deshalb zusätzlich Computer-Simulatoren entwickelt, um die entsprechenden Daten zu erhalten.“

Der Simulator hat Forschern geholfen, realistische Daten zu erhalten, damit der Roboter unterschiedliche Operations-Szenarien kennenlernt und eigenständiger vorgeht.
Monica Verga entwickelt biomedizinische Apparate am Krankenhaus San Raffaele: „Diese Simulation hat uns geholfen, die Erfordernisse eines bestimmten Eingriffs zu definieren, und auch einige anatomischen Merkmale eines Nierentumors sowie die normalen Abstände zwischen menschlichen Organen.
Wir wollten auch wissen, mit welchen Komplikationen ein Chirurg bei Operationen dieser Art rechnen muss, und wie er darauf reagiert.“

Forscher gehen davon aus, dass es im Operationssaal auch künftig noch Chirurgen geben wird. Sie sehen Roboter als nützliche Werkzeuge, um Präzision und Effizienz bestehender Techniken zu steigern.

RF/euronews

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