Z wölf Gruppen und Organisationen, sowie 107 Einzelpersonen unterzeichneten den nachstehenden offenen Brief an die Organisatoren der “Interkulturellen Woche”, in dem diese dazu aufgefordert werden die Kooperation mit dem “Jüdischen Nationalfond” in Bonn zu beenden.

Offener Brief: Die “Interkulturelle Woche” darf Profiteuren von Entrechtung und Vertreibung kein Podium bieten

„Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“ Artikel 2, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, 1948

Palästina Karte Okkupation 1946-2008

Karte der Okkupation Palästinas 1946-2008

„For the purpose of this Statute, “crime against humanity” means any of the following acts when committed as part of a widespread or systematic attack directed against any civilian population …“
(d) Deportation or forcible transfer of population;
Artikel 7 des ‘Rome Statute’ des ‘Internationalen Strafgerichtshofs’

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorbereitungskomitees der “Interkulturellen Woche”,
nach dem Studium Ihres → Bonner Programms mussten wir zu unserer Überraschung feststellen, dass die “Interkulturellen Woche” mit dem “Jüdischen Nationalfonds” (JNF) kooperiert, einer israelischen Organisation, die durch die Vertreibung und Enteignung von Palästinensern in den Besitz von tausenden von Hektar Land gelangt ist und in ihren Statuten festschreibt, dass dieses Land nicht an Palästinenser, sondern ganz ausschliesslich an Ju­den verpachtet und von ihnen genutzt werden darf.

Den → Webseiten des deutschen Zweigs des “Jüdischen Nationalfonds” zufolge, dessen Haupt­zweck in der → Geldbeschaffung für den JNF in Israel besteht, tritt dieser am 23. September im Rahmen der “Interkulturellen Woche” in Bonn als Veranstalter auf, um Geld für eines jener Wiederaufforstungsprojekte im Negev zu sammeln, die unter dem Deckmantel des Umweltschutzes dazu dienen, palästinensische Beduinen von ihrem Land zu vertreiben und in elenden Townships anzusiedeln.

Wir sind bestürzt darüber, dass die “Interkulturellen Woche” mit dieser Organisation koope­riert, die sich nicht nur an der Vertreibung von Palästinensern beteiligt und bereichert hat, sondern die auch noch heute koloniale Rechtspositionen propagiert und mit Gewalt durchsetzt, die in ekla­tan­tem Wider­spruch zu den Werten stehen, die das Fundament unserer Werte­ordnung bil­den.

Vor diesem Hintergrund, der in dem → nachstehenden Text detailliert ausgebreitet wird, fordern wir Sie als Organisatoren der “Interkulturellen Woche” dazu auf,

1. die JNF-Veranstaltung aus dem Programm der ‘Interkulturellen Woche’ zu nehmen,
2. alle Kontakte mit dem ‘Jüdischen Nationalfonds’ abzubrechen.

Für den Vorstand des Instituts für Palästinakunde e.V. in Bonn
Angelika Vetter und Thomas Siemon

Erstunterzeichner

Gruppen und Organisationen

Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina, Frankfurt
Arbeitskreis Internationalismus Rhein-Main, Wiesbaden
Arbeitskreis Nahost, Bremen
BDS Gruppe Berlin, Berlin
Collectif Judéo-Arabe et Citoyen pour la Paix, Strasbourg
Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V., Hamburg
Die Rote Fahne, sozialistisches Magazin, Berlin
Frauen in Schwarz-Frauen für Frieden, Mülheim a.d. Ruhr
GHUP e.V, Wachtberg
Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Berlin
Palästinakomitee Stuttgart, Stuttgart
‘Pro-Zochrot-Team’, Stuttgart

Personen

Itaf Al-Abbadi, Wachtberg; Dr. Ruth Aping, Neuss; Heinz Assenmacher, Bonn; Rudolf Assenmacher, Alfter; Winfried Belz, Wilhelmsfeld; Lubej Bender, Düsseldorf; Agnes Bennhold, Heidelberg; Hans Bulling, Pfullingen; Phil Butland, Berlin; Hermann Dierkes, Duisburg; Michel G. Dietrich, Mtgl. ‘Gesellschaft Schweiz Palästina’, Rueschlikon (Schweiz); Gerhard Dilschneider, Ulm; Hartmut Drewes, Pastor i.R., Bremen; Radjaie Fatima, Karlsruhe; Sylvia Finzi, Mtgl. ‘Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost’, Berlin; Martin Forberg, Berlin; Helmut Franz, Mendig (Rheinland Pfalz); Werner Gebert, Pfarrer. i.R., Ofterdingen; Raouf Ghali, Reutlingen; Senne Glanschneider, Bundesverband Arbeiterfotografie, Köln; Claude Gregoire, Esch-Azette (Luxembourg); Annette Groth, MdB, ‘DIE LINKE’, Pforzheim; Kinga v. Gyökössy-Rudersdorf, Weinstadt-Endersbach; Brigitte Gärtner-Coulibaly, Herford; Renate Haeberle, Schwäbisch Hall; Dr. Aref Hajjaj, Bonn; Yasmin El-Hakim, Stuttgart; Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin, Malsburg-Marzell; Benjamin Hecht, Malsburg-Marzell; Ulrich Heise, Richter i.R., Langenhagen; Dr. Uwe Heitz, Bad Waldsee; Suraya Hoffmann, Bergheim; Lore Hofmann, Bad Boll; Erika Horn, Karlsruhe; Dietrich Hyprath, Sant Josep (Islas Baleares); Claudia Hüttermann, Münster; Adnan Izat, Stuttgart; Renate Khurdok, Salem am Bodensee; Annette Klepzig, Mtgl. ‘pax christi’, Wilhelmsfeld; Gertrud Kohn, Neu-Ulm; Thekla Kolbeck, Breisach; Karl Kopp, Freiburg; Ursula Kramer, Stuttgart; Manuela Kunkel, Stuttgart; Jörg Lang, RA, Stuttgart; Wilhelm Langthaler, Wien; Hildegard Lenz, Koordinatorin des ‘Kairos Palästina-Solidaritätsnetz’, Bremen; Dr. Edith Lutz, Kall-Sötenich; Linda Matrone, Stuttgart; Clemens Messerschmid, Ramallah; Haret Musa, Wachtberg; Sarah Musa, Wachtberg; Karin Nebauer, München; Gertrud Nehls, Hagen; Philip Nessling, Essen; Rosemarie zur Nieden, Hattingen; Adelheid Patzlaff, Nister-Möhrendorf; Heidi Pehnack, Ulm; Barbara Philipps, Bergisch Gladbach; Waltraud Planthaber, Berlin; Nancy du Plessis, Berlin; Ian Portman, Stuttgart; Paula El-Qalqili, Berlin; Attia Rajab, Stuttgart; Verena Rajab, Stuttgart; Martin Rambow, Weimar; Bernhard Rawer, Ettenheim; Ellen Rohlfs, Mtgl. von ‘Gush Shalom’, Leer; Angelika Romeik, Mülheim a.d. Ruhr; Karl Heinrich Ruderdorf, Weinstadt-Endersbach; Waltraud von Ruepprecht-Bulling, Pfullingen; Prof. Dr. Werner Ruf, Edermuende; Günter Schenk, Strasbourg; Gerlinde Scherer, Ohlsbach; Dorothee Schlange-Schöningen, Bad Honnef; Ursula Schleier, Schopfheim; Karl Schmidt, Pfarrer i.R., Stuttgart; Dr. Angelika Schneider, Bremen; Frieder Schöbel, Braunschweig; Dr. Ali Shneiwer, Bad Honnef; Ursula Siemon, Odendorf; Angelika Spell, Berlin; Thomas Immanuel Steinberg, Hamburg; Gernot Steinweg, Bonn-Bornheim; Marlene Stripecke, Bonn; Christiane Sturm, Bonn-Röttgen; Karl Traub, Nürtingen; Dr. Ernst Uhl, Bremen; Siegfried Ullmann, Alfter; Dr. Jochen Vollmer, Pfarrer i.R., Reutlingen; Hossam Wahbeh, Stuttgart; Sabine Werner, Königswinter; Hartmut Wihstutz, Hohen Neuendorf; Astrid Wortmann, Barsinghausen; Annegret Zeilinger, Freiburg i.Br.; Helmut Zeilinger, Freiburg i.Br.

Ergänzende Links
→ Die Stadt Bonn darf Profiteuren von Entrechtung und Vertreibung keinen Vorschub leisten (PDF)
→ Vertreibung und ethnische Diskriminierung bilden den roten Faden der Geschichte des “Jüdischen Nationalfonds”

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