Aktion und Protest gegen Energiekonzern Shell

Greenpeace-Aktivisten erklettern Shell-Schiff auf offener See

- von Presseticker  -

P rotestaktion beendet: Die Greenpeace-Aktivisten, die heute Morgen den von Shell gecharterten Eisbrecher Nordica erklettert hatten, wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.
Die Nordica liegt weiterhin im Hafen von Karlskrona.

Die Aktivisten hatten rund acht Stunden auf dem Schiff ausgeharrt. Sie protestierten gegen die Pläne des Konzerns Shell in der Arktis nach Öl zu bohren.

„Wir sind stolz auf unsere mutigen Aktivisten. Es ist ihnen wieder gelungen, dieses Schiff zu erklettern. Shells Pläne, in der Arktis nach Öl zu bohren, sind inakzeptabel.
Das Risiko für die einmalige Natur der Arktis ist einfach zu gross“, sagt Therese Jacobson, Arktisexpertin des nordischen Greenpeace-Büros.

Greenpeace-Aktivisten protestieren in Helsinki an Shell-Schiff Nordica gegen die Zerstörung der Arktis, 01.05.2012

Greenpeace-Aktivisten protestieren in Helsinki an Shell-Schiff Nordica gegen die Zerstörung der Arktis, 01.05.2012

Schon im Hafen von Helsinki hatten am Dienstagmorgen zwanzig Greenpeace-Aktivisten auf dem von Shell gecharterten Spezialschiff Nordica gegen die Zerstörung der Arktis protestiert. Insgesamt demonstrierten 42 Aktivisten aus 13 Nationen gegen die verantwortungslosen Pläne des Ölkonzerns, bevor die Aktion am Nachmittag durch die Polizei beendet wurde.

„Zum ersten Mal in der Geschichte sind wir mit der realen Möglichkeit konfrontiert, dass der Nordpol nicht mehr zufriert. Es ist grundfalsch, dass Shell noch Geld an einer globalen Katastrophe verdient, die das Unternehmen selbst mitverantwortet, sagt die finnische Greenpeace-Aktivistin Maria Hukkamäki. Ich bin an Bord der Nordica, um Nein zu Ölbohrungen in der Arktis zu sagen und zum Schutz eines der sensibelsten und schönsten Naturgebiete der Welt aufzurufen!“

Um ca. 16.00 Uhr nahm die Polizei 20 der Aktivisten auf der Nordica fest. Doch gleich darauf bahnten sich 22 weitere Aktivisten mit Schlauchbooten und Kanus ihren Weg zu dem Shell-Schiff.

Trotz der starken Präsenz von Polizei und Küstenwache mit Booten und Helikoptern gelang es ihnen, gegen die verantwortungslosen Pläne des Shell-Konzerns zu protestieren: Einige platzierten Bojen vor der Nordica, andere schwammen auf das Schiff zu und demonstrierten mit Handbannern.

„Werden wir gierigen Unternehmen erlauben diesen magischen Ort, die Arktis, für ihre Zwecke zu erschliessen, um den letzten Tropfen Öl aus der Erde zu saugen?
Oder werden wir aus unseren Fehlern lernen und einen der letzten unberührten Plätze für die nächste Generation erhalten? Die Entscheidung liegt bei uns“, sagt Tapio Laakso.

Boarding a Shell icebreaker at sea

Hintergrund der Protest-Aktion in Helsinki

Der Eisbrecher Nordica soll in dieser Woche aus Helsinki aufbrechen, um zwei Bohrschiffe und das Schwesterschiff Fennica bei Ölbohrungen vor der Küste Alaskas zu unterstützen.

„Wir sind hier im Namen von fast 400.000 Menschen, die Shell dazu aufrufen, die Pläne zur Zerstörung der Arktis fallen zu lassen“, sagte Greenpeace-Sprecher Tapio Laakso.
„Öl-Unternehmen wie Shell wissen, dass ein Ölunfall vor der Küste Alaskas katastrophale Folgen für die Umwelt hätte.“

Greenpeace-Aktivisten hatten bereits im März und Februar an dem Bohrschiff Noble Discoverer und an der Fennica gegen die Pläne von Shell protestiert. Als erstes grosses Öl-Unternehmen will Shell Bohrungen in der Arktis in den Fokus seines Kerngeschäfts rücken.
Sollte Shell bei den für den Sommer angesetzten Probebohrungen auf Öl stoßen, fiele damit der Startschuss zu einem regelrechten Wettrennen in die Arktis.

Die extremen Wetterbedingungen und der kurze Sommer machen Ölbohrungen in dieser Region zu einem unkalkulierbaren Wagnis. Shell steht nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung, um die Probebohrungen durchzuführen.

Wegen möglicher Extremwetterlagen, der Abgeschiedenheit der Region und der äusserst niedrigen Temperaturen sind Ölbohrungen in der Arktis mit beispiellosen Risiken befrachtet.
Experten haben mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Ölunfall unter den Bedingungen der Arktis nicht zu beherrschen wäre.

RF/Greenpeace

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