Aufforstungsprogramm soll die Korallenriffe vor Guadeloupe retten

Bereits ein Drittel der Korallenriffe ist abgestorben

- von Presseticker  -

L euchtende Farben und exotische Fische kann man in den Korallenriffen von Guadeloupe bewundern, aber nur ein paar Hundert Meter weiter sieht es schon ganz anders aus: Umweltverschmutzung, Überfischung und die globale Erwärmung liessen die Korallen ersticken.

Bereits ein Drittel der Korallenriffe ist abgestorben und das hat nicht nur ökologische Folgen: „Die Korallenriffe haben eine sehr wichtige Funktion, denn die Welle bricht sich an ihnen, bevor sie auf die Küste trifft. Es beeinträchtigt also auch die Küsten und Inseln, wenn die Korallenriffe verschwinden“, erklärt Philippe Godoc, Direktor des Aquariums von Guadeloupe.

Aufforstungsprogramm soll die Korallenriffe vor Guadeloupe retten

Wissenschaftler könnten eine Lösung gefunden haben, wie man die betroffenen Korallenriffe in Guadeloupe wieder aufforstet. Bei Einbruch der Nacht gehen sie mit ihren grossen Netzen auf Korallen-Eier-Jagd.
Denn die Koralle ist ein Tier mit geheimnisvollen und launischen Reproduktionsmethoden: Zwischen Juli und September an zwei aufeinanderfolgenden Tagen bei Vollmond legen die Korallen nachts während exakt 15 Minuten Tausende von kleinen weissen Eiern. Das ist die Hochsaison für die Taucher, die versuchen, möglichst viele Eier einzusammeln.

Die Eier werden im Labor befruchtet und die Larven werden auf künstlichem Nährboden aufgezogen, bevor sie wieder ins Meer ausgesetzt werden. „Um Ihnen eine Idee von unserer Arbeit zu geben: Wir haben zwischen 500.000 und 600.000 Larven, das ist eine gewaltige Menge.
Und unser Ziel ist, dass sich mindestens ein Viertel bzw. mindestens 20 Prozent der Tiere entwickeln“
, sagt der Umweltexperte Franck Mazeas.

Es wird einige Jahre dauern, um die Wirksamkeit des Aufforstungsprogramms beurteilen zu können. Aber wenn man nicht parallel die Gründe für das Korallensterben wie die Umweltverschmutzung und die globale Erwärmung angeht, sind alle Bemühungen umsonst.

RF/euronews

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