Frankreich: Jean-Luc Mélenchon Präsidentschaftskandidat der Linken Front

Das Programm der Linken Front sieht einen Bruch mit dem System vor

- von Presseticker  -

A m 22. April und 06. Mai werden die Franzosen ihren Präsidenten wählen. Es ist eine Wahl mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise und Jean-Luc Mélenchon kämpft gegen alle dafür Verantwortlichen. Er ist der Kandidat des linken Bündnisses Linke Front. Er steht für jene links der “Sozialistischen (sozialdemokratischen) Partei”, Kommunisten, Trotzkisten.
Er war Minister unter Jospin, in seinem Wahlkampf prangert er die Reichen an, die Spekulanten, Europa, das internationale Finanzkapital.

Mélenchon, alter Apparatschik der “Sozialistischen (sozialdemokratischen) Partei” hat zweistellige Umfragewerte während die Kandidatin der Umweltbewegten weit darunterliegt.

Von euronews im Europaparlament angesprochen, sagt Mélenchon: „Es ist trostlos, hier hereinzukommen. Es ist ein Parlament, das kein Gesetz vorschlagen kann, es ist das einzige Parlament der Welt ohne Gesetztgebungsgewalt. Keinerlei Rechte bei Binnenmarkt und Steuer! Wir können nicht mitreden. Das verbietet der Lissabon-Vertrag. Und den kann man natürlich nicht ändern.“

Frankreich: Jean-Luc Mélenchon Präsidentschaftskandidat der Linken Front

Frage: Sie mögen den Vertrag nicht?

Mélenchon: „Nein, es ist ein Vertrag, der dabei ist, Europa zu töten. 2005 hatte man und einen Verfassungsvertrag vorgeschlagen, wir haben NEIN gesagt. Nicolas Sarkozy nahm den Text, schnitt ein grosses Stück heraus, packte er es in eine Tasche, schüttelte es gut durch, legte es auf den Tisch und sagte “wir unterschreiben”.“

Der ehemalige Trotzkist, Lehrer von Beruf, wurde 1986 in den französischen Senat gewählt. 5 Jahre später fand man ihn an der Seite von Francois Mitterrand wieder. 2000 sass er am Kabinettstisch einer Sozialistenregierung. Dann ging er sehr schnell auf Distanz zur Partei der Sozialisten.
2005 engagierte er sich gegen den EU-Verfassungsvertrag, den jene Partei befürwortete.

Für den Kandidaten der Linken Front sind Bildung und Gesundheit Schlüsselthemen seines Programms. Der Mensch muss zuerst kommen. Dann nutzt er die Gelegenheit, um noch ein paar Salven abzufeuern gegen seine erklärte Feindin in diesem Wahlkampf, Marine Le Pen von der Front National:
„Ich will ihr ihren Wahlkampf verderben, das ist wichtig. Was sie erzählt, ist absurd, ohne jeden Sinn. Das ist dement. Das ist keine Beleidigung. Wahrscheinlich hat sie ein Problem. Sie muss für ihr Selbstverständnis irgendjemand hassen. Sie könnte gut die hier anwesenden Psychologen brauchen, damit die erklären, warum sie andere hassen muss.”

Zu den Forderungen des Kandidaten gehören:
1.700 Euro Mindestlohn, zurück zur Rente ab 60, bessere Rahmenbedingungen für zeitlich begrenzte Arbeitsverträge und die Beschlagnahme leerstehenden Wohnraums zum Wohle der Wohungssuchenden.

Frage: Fürchten Sie nicht, dass sich der Wind drehen könnte?

Mélenchon: „Nein, ich sage mal generell, ich fürchte mich vor nichts, nicht vor Erfolg und nicht vor Misserfolg. Das Programm des Linksbündnisses sieht einen Bruch mit dem System vor, einen linken Bruch, durch Teilung, durch Entfinanzilisierung der Wirtschaft, durch Umweltpolitik, die sich in Übereinstimmung mit den Erwartungen der Gesellschaft befindet, wie sie bei anderen Kandidaten nicht zu finden ist.
Ich schleppe keine kreischenden Groupies mit mir rum. Bei meinen Meetings schreien sie nicht meinen Namen sondern politische Parolen.”

Frage: Sie sind Europaabgeordneter, Sie waren Senator, Bürgermeister, warum wollen Sie Präsident werden?

Mélenchon: „Damit Schluss ist mit diesem Amt. Es ist ein absurdes Amt. Eine Art groteske fünfjährige Monarchie. Die modernen Demokratien müssen parlamentarische Demokratien sein. Mit einer Dosis Verhältniswahlrecht, damit sich das Volk repräsentiert fühlt. Wenn ich gewählt werde, dann werde ich eine verfassungsgebende Versammlung einberufen, um ein parlamentarisches Regime einzuführen.
Ich werde dann der letzte Präsident der V. Republik sein und ich werde die Schlüssel des Präsidentenpalastes in die Seine werfen.”

Eine junge Anhängerin des Kandidaten Mélenchon sagt: „Wir haben genug von dieser laschen Linken, die am Ende nichts gross ändert. Die Ideen von Francois Hollande sind sehr gut, aber in einer Demokratie muss man für die Person stimmen, die einem am meisten zusagt.
Und für uns hat Mélenchon viel mehr als Francois Hollande je haben wird. Er ist streitbar, er will, dass man seine Ideen teilt, er will die Dinge ändern von der Wurzel an, nicht nur an der Oberfläche.”

RF/euronews

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