Pablo Picasso und die englische Kunst

Picasso erzählte seinem Biographen, dass er im Jahr 1900 auf dem Weg nach London in Paris Halt machte und dann dortblieb, ohne seine Reise je zu beenden

- von Presseticker  -

E r ist und bleibt einer der wichtigsten Künstler des zwanzigsten Jahrhunderts: Der Spanier Pablo Picasso. Sein Genie überragt das Talent so vieler seiner Kollegen, hat das Gesicht der modernen Kunst verändert und geprägt. Einen Grossteil seines Lebens verbrachte Picasso in Frankreich.
Sein künstlerischer Einfluss überschritt Grenzen und erreichte so auch Grossbritannien und dortige Künstler. Eine neue Ausstellung in der Londoner Tate Britain geht diesem Verhältnis von Picasso mit dem Inselreich nach.

Kurator Chris Stephens: „Grossbritannien hatte wohl schon früh Einfluss auf ihn, während er aufwuchs. Sein Vater war sehr anglophil und wegen seiner Leidenschaft für alles Englische auch als “El Ingles”, als der Engländer also bekannt. Picasso erzählte seinem Biographen, dass er im Jahr 1900 auf dem Weg nach London in Paris Halt machte und dann dortblieb, ohne seine Reise je zu beenden. Der Grund war sicher in Teilen seine Bewunderung für britische Malerei.”

Pablo Picasso und die englische Kunst

Picassos anfängliche Bewunderung für britische Kunst wandelte sich auch bald in eine Bewunderung der britischen Künstler für Picasso. In der Ausstellung sind mehr als 150 Kunstwerke zu sehen, die auch die Wirkung Picassos auf britische Künstler deutlich machen.
Unter ihnen sind Francis Bacon, David Hockney und Henry Moore. Ihm hatte es besonders Picassos neoklassizistische Werke aus den frühen 1920er-Jahren angetan.
Stephens: „Man sieht durch Picasso sehr gut, wie Moore sich an der Tradition der Renaissance orientierte und diese dann verzerrte und abstrahierte.”
Ein weiterer Brite unter dem Einfluss Picassos war Ben Nicholson, der sich speziell des Kubismus bediente – ein ganzes Jahrzehnt nach Picasso.

1919 reiste Picasso nach England. Er verbrachte vier Monate in London. In dieser Zeit arbeitete er als Kostümdesigner für das russische Ballettensemble, das damals gerade auf Tournee war.
In Erinnerung daran arbeitet die Tate mit dem English National Ballet zusammen. Im Rahmen der Ausstellung gibt es auch einige Tanzvorführungen, die eng mit Picassos Werken zusammenhängen, mit der Art, wie er die Kunst und Künstler des vergangenen Jahrhunderts beeinflusst hat.

Choreograph James Streeter: „Vor ihm waren Kunst sowie Musik und Tanz getrennte Bereiche, in allen gab es Spezialisten. Wenn die drei zusammenkommen, dann gibt es Fortschritte. Wenn man zum Beispiel ganz gezielt für das Ballett Musik und Kunst erschafft. Das alles macht die gesamte Kunst besser.”

Was damals in Picassos frühen Jahren noch ungewöhnlich war, wird nun vielfach schon als selbstverständlich vorausgesetzt. Jane Pritchard, Kuratorin im Victoria and Albert Museum: „Die Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts wollte einfach viel mehr erreichen. Picasso gab sich nicht damit zufrieden, nur eine Sache zu machen, nur Malerei, Installationen, Keramiken. Es gibt hier das Moment des Künstlers, der die Gelegenheit nutzt und der viele Gelegenheiten sieht, an denen man arbeiten kann.”

Die Ausstellung geht in der Tate Galerie in London läuft noch bis zum 15. Juli. Danach reist sie weiter in die Schottische Nationalgalerie für Moderne Kunst in Edinburgh.

RF/euronews

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