Kyoto: Kanada kneift

Der Austritt Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll bedeutet einen politischen Affront gegenüber der Internationalen Staatengemeinschaft

- von Presseticker  -

K anada hat am Montagabend dem Weltklimavertrag die rote Karte gezeigt und seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll bekannt gegeben. Die USA hätten es schließlich auch nicht unterzeichnet.
Da weder die USA noch China beim Kyoto-Protokoll miteinbezogen seien, führe dieses ohnehin nicht zu einer globalen Lösung für den Klimaschutz.

So die Begründung von Kandas Umweltminister Kent. Das Land habe damals Kyoto unterzeichnet, ohne jemals die Absicht gehabt zu haben, die damit angestrebten Ziele tatsächlich zu verwirklichen.
Kent gab jedoch auch zu, dass Kanada so Strafzahlungen von umgerechnet 10,5 Milliarden Dollar vermeidet. Diese müsste das Land wegen nicht eingehaltener Zusagen zur Treibhausgasverminderung bezahlen – wenn es weiterhin zu den Unterzeichner-Staaten zählen würde.

Anike Peters, Klimaexpertin von Greenpeace, ist über die Ankündigung empört: „Der Austritt Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll bedeutet einen politischen Affront gegenüber der Internationalen Staatengemeinschaft. Er verstößt gegen den Geist des Weltklimavertrags und ist auf das Schärfste zu verurteilen.”

Kanada: Bagger zur Auslösung des Bitumens

Bagger zur Auslösung des Bitumens. Man benötigt 3 bis 5 Tonnen Ölsand, um ein Barrel Rohöl zu gewinnen.
Die Ausmaße des Ölsandabbaus in Kanada sind niederschmetternd; weitere Investitionen sind geplant.

Nach Durban ist vor einem Kyoto 2 – mit USA und China

Die Ergebnisse vom Weltklimagipfel in Durban genügen unter den bisherigen Vorraussetzungen nicht, um die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Dennoch ist nicht alles schlecht. So wurde mit der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls den größten Klimasündern wie den USA und China eine Brücke für ihre zukünftigen Anstrengungen gebaut.

Peters befürchtet: „Mit dem unverantwortlichen und egoistischen Verhalten Kanadas droht diese Brücke nun einzustürzen. Deutschland und die EU müssen sich jetzt klar auf die Seite der kleinen Inselstaaten und der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder stellen.“

Kanada und Kyoto

Gerade Kanada missachtet trotz seiner Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll den Klimaschutz seit jeher auf das Gröbste: Das Land holzt im großen Stil seine Wälder ab, setzt auf das dreckige Geschäft mit dem Ölsand und heizt so den Klimawandel weiter an.

Mit dem Kyoto-Protokoll waren 1992 erstmals verbindliche Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen beschlossen worden. Es wurde bis heute von 192 Staaten ratifiziert. Die USA waren bisher das einzige Industrieland, das das Protokoll nicht anerkennen wollte.

2011-12-13 12:34:10 – RF/Greenpeace

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