Der Künstler als politischer Akteur

Ausgangspunkt ist der Künstler als politischer Akteur, der mit den Mitteln der Recherche, der Partizipation, des Performativen und der Aneignung sein Handeln analysiert

- von Presseticker  -

D ie Kunsthalle Krems zeigt erstmals in Österreich eine thematische Auswahl aus der Sammlung des migros museum für gegenwartskunst Zürich. Die Ausstellung „Zeit zu handeln!“ versammelt Werke von 43 Künstlerinnen und Künstlern aus den späten 1960er Jahren bis heute, die aus der Perspektive des politischen Handelns unterschiedliche Formen der künstlerischen Praxis reflektieren.

Ausgangspunkt ist der Künstler als politischer Akteur, der mit den Mitteln der Recherche, der Partizipation, des Performativen und der Aneignung sein Handeln analysiert.
Hierin bildet die Ausstellung die Sammlungslinie ab, die entsprechend dem Firmengründer Gottlieb Duttweiler versucht, sowohl gesellschaftlichen als auch sozialen Fragen gerecht zu werden.

Kunsthalle Krems, Der Künstler als politischer Akteur

Kunsthalle Krems, Der Künstler als politischer Akteur

In diesem Sinne wird die seit den 1970er Jahren fortgeführte Sammlungstätigkeit sowie der 1996 eröffnete Museumsbau aus dem sogenannten Migros-Kulturprozent finanziert, einem freiwilligen Engagement der Migros – dem grössten Detailhändler der Schweiz – in den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft.

Die Arbeiten regen zur Diskussion über zukunftsorientierte Nachhaltigkeit, globale Gerechtigkeit und soziale Verantwortung an. Unser Konsumverhalten zur Verknappung der Ressourcen reflektieren Katharina Sieverding, Josephine Meckseper und Gianni Motti.

Den darin verankerten politischen Aktionsradius beschreiben Christoph Büchel, Cady Noland und Gilbert & George. Die Kartografie der Nationen bildet Alighiero Boetti ab, während Lothar Baumgarten dem Fremdsein begegnet und Fabrice Gygi Demokratie bildende Prozesse hinterfragt.

Die Manipulation der Medien dekonstruieren Anne-Lise Coste und Phil Collins. Jonathan Horowitz, Hirakawa Noritoshi und Piotr Uklanski zeichnen die Identitätsbildung im Spiegel der Medien nach.

Wie Geschichte und Gegenwart den Menschen sozialisieren, zeigen die Arbeiten von Jens Haaning und Stephen Willats, wie auch Christine Borland, Mathilde ter Heijne und Marc Camille Chaimowicz die NS-Vergangenheit thematisieren.

Die künstlerische Strategie politischen Handelns analysiert Maurizio Cattelan mit seiner Skulptur „La Rivoluzione siamo noi!“ (Die Revolution sind wir!), die sich auf die gleichnamige Aktion von Joseph Beuys aus dem Jahr 1972 bezieht.
Eine Arbeit, die, wie auch bei Hanne Darboven, Elmgreen & Dragset, Tom Burr und Bruce Nauman, die Konditionen der künstlerischen Praxis als Selbstbild verwenden.

Den Akt des Performativen und der Aneignung thematisieren Eustachy Kossakowski, Babette Mangolte, Christian Philipp Müller, Stefan Burger und San Keller.
Weiters sind Arbeiten von Spartacus Chetwynd, Jan Dibbets, Gabríela Fridriksdóttir, Daniel Knorr, Bernhard Luginbühl, Fabian Marti, Steve McQueen, Juan Muñoz, Elodie Pong, Ed Ruscha, Markus Schinwald, Ben Schonzeit, Hanna Schwarz, und Andy Warhol zu sehen, die mit den oben genannten Themen im Kontext stehen.

Kuratorin: Karin Pernegger (Kunsthalle Krems) in Zusammenarbeit mit Heike Munder / Judith Welter (migros museum für gegenwartskunst)

Die Ausstellung “Zeit zu handeln!” wird noch bis zum 19. Februar 2012 in der Kunsthalle Krems, Österreich gezeigt. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr.

2011-12-14 14:00:44 – kulturticker

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