US-Soldaten dürfen in Europa ausserhalb ihrer Basen keine Uniformen mehr tragen

Sie sollen Ihre Uniform selbst dann nicht tragen, wenn sie in Ihrem eigenen Auto sitzen.

- von RF  -

V on John Vandiver – Den US-Soldaten in Europa ist es jetzt “strengstens” verboten, ausserhalb ihrer Basen Uniformen zu tragen; das gilt auch für den Weg zum Dienst und zurück und ist Teil des Bemühens des U.S. European Command / EUCOM, zu verhindern, dass sie unter den Einheimischen auffallen.
Diese neue Vorschrift, die drei Wochen nach der tödlichen Schiesserei auf dem Frankfurter Flughafen erging, bei der zwei Soldaten der Air Force getötet und zwei weitere schwer verletzt wurden, tritt sofort in Kraft. Die EUCOM-Anordnung gilt für alle Soldaten der Army, der Navy, der Air Force und des Marine Corps (der Marineinfanterie), die sich im Zuständigkeitsbereich des EUCOM aufhalten. Die Vorschrift wurde auch deshalb erlassen, weil die US-Einsätze in Libyen, die viel Aufsehen erregen und (bisher) vom Hauptquartier des U.S. Africa Command / AFRICOM in Stuttgart aus geleitet wurden, dazu führen könnten, dass (uniformierte) US-Soldaten mehr Aufmerksamkeit als sonst erregen.

USA Air-Force Koblenz

Unterhaltungsabteilung der US-Besatzer (Air Force) in Koblenz, BRD, Rosenmontagszug 07. März 2011

„Die Direktive verbietet das Tragen von Uniformen auf dem Hin- und Rückweg zwischen (einer ausserhalb der Basis gelegenen) Wohnung und der Dienststelle, auch bei kurzen Aufenthalten und Fitness-Übungen ausserhalb der Basis, bei Reisen zwischen verschiedenen Basen und bei (privaten) Aktivitäten ausserhalb der Basen,“ hiess es in einer Meldung, die das EUCOM am 23. März über den Soldaten-Sender American Forces Network / AFN in ganz Europa verbreiten liess.

Die örtlichen Kommandeure sind für die Durchsetzung der EUCOM-Vorschrift verantwortlich; diese übergreifende Maßnahme zum Schutz der Truppe ist ein ungewöhnlicher Schritt, denn normalerweise werden solche Schutzbestimmungen örtlich begrenzt erlassen und beziehen sich nur auf bestimmte Einrichtungen oder bestimmte Anlässe.
Die einzelnen US-Einheiten können die Vorschrift nach Aussage des EUCOM-Sprechers Capt. (Hauptmann oder Kapitän) Ed Buclatin zwar verschärfen, aber keinesfalls verwässern.
Dennoch ist es zu Verwirrungen über die Auslegung der Vorschrift gekommen. In vielen Militärgemeinden befinden sich die Wohnanlagen und die Einkaufsmöglichkeiten der Basen zwar nicht auf zusammenhängenden Grundstücken, sind aber häufig weniger als eine Meile (1,6 km) voneinander entfernt. Es ist noch nicht geklärt, ob auch derart kurze Strecken (auf öffentlichen Strassen) nicht in Uniform zurückgelegt werden dürfen.

Auch die Facebook-Seite der US-Army in Europa / USAREUR hat mit einer verbreiteten Meldung für Verwirrung gesorgt. Dort war zu lesen: „Die neue Regelung zum Tragen der Uniform muss im Einzelnen noch präzisiert werden. Wenn auch diese offiziellen Einzelvorschriften vorliegen, werden sie veröffentlicht. Bis dahin sollten die Soldaten bei Unklarheiten ihre Vorgesetzten oder die übergeordnete Dienststelle befragen.“

Obwohl die neue Uniform-Vorschrift noch nicht ganz ausgereift zu sein scheint, bringt sie auf jeden Fall einige Unbequemlichkeiten für die Soldaten mit sich; viele von ihnen hatten sich daran gewöhnt, beim Mittagessen in nahegelegenen Restaurants oder beim täglichen Einkauf ihre Uniform zu tragen. Ausserdem wird niemand, der ausserhalb der Basis wohnt, jetzt noch in Uniform zur Arbeit und wieder nach Hause fahren können.

„Sie sollen Ihre Uniform selbst dann nicht tragen, wenn sie in Ihrem eigenen Auto sitzen,“ erklärte Buclatin. Nach der Schiesserei auf dem Frankfurter Flughafen wurde in vielen US-Militärgemeinden gefragt, warum sich die US-Air Force in Europa dafür entschieden hat, Soldaten in einem auffallenden amerikanischen Schulbus von einem Fahrer in Uniform transportieren zu lassen. Viele hielten den Bus für ein leichtes Ziel.
Andere waren der Meinung, GIs seien ohnehin leicht zu erkennen, unabhängig von dem Fahrzeug, in dem sie sitzen, oder ob sie Uniformen tragen. Gegen einen einzelnen Schützen, der es auf US-Amerikaner abgesehen habe, könne man sich kaum verteidigen.

In Stuttgart, wo die Hauptquartiere des EUCOM und des AFRICOM zu Hause sind, waren die Reaktionen gemischt. Lt. Cmdr. (Kapitänleutnant) Geoff Maasberg meinte, er sei mit oder ohne Uniform leicht als US-Amerikaner zu identifizieren. „Ich denke nicht, dass das einen grossen Unterschied macht, wenn ich mit meinen Xterra (einem grossen Geländewagen) durch die Stadt fahre,“ sagte er.
„Die Leute erkennen uns Amerikaner an unseren Haarschnitten und an anderen Anzeichen, aber ich denke, die neuen Vorschriften sind schon berechtigt, denn die höheren Tiere tun, was sie tun müssen, weil sie nicht wollen, dass uns irgendein Verrückter mit einer Waffe erschiesst.“

Gunnery Sgt. Dennis Dougherty (ein Unteroffizier der Artillerie) meinte, das ständige Wechseln zwischen Uniform und Zivilkleidung sei zwar bei Fahrten zwischen verschiedenen Militäreinrichtungen in der Militärgemeinde Stuttgart sehr umständlich, trotzdem könnten die neuen Vorschriften von Vorteil sein.
„Wenn ich die vielen US-Soldaten in Uniform ausserhalb ihrer Kasernen herumlaufen sehe, habe ich schon oft gedacht: Was hindert eigentlich einen Attentäter daran, sie anzugreifen oder einfach Gas zu geben und sie zu überfahren.“

STARS AND STRIPES-Reporter Warren Peace hat zu diesem Bericht beigetragen.
Übersetzung www.luftpost-kl.de

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