Imperialer Krieg: NATO greift Libyen an

Offenbar wird die Annexion libyscher Ölfelder vorbereitet, bzw. sollen diese mittelfristig unter NATO-Kontrolle gestellt werden.

- von RF  -

T ripolis (RF/RT) – Trotz des gestern durch das libysche Regime verkündeten Waffenstillstands im Bürgerkrieg hat heute französische NATO-Luftwaffe erstmals Angriffe auf Libyen geflogen.
Wie NATO-Sprecher bestätigten, ging es dabei, da die libysche Luftwaffe keine Einsätze flog, nicht um die aus der Kriegspropaganda bekannte “Flugverbotszone”, sondern es wurden stattdessen Ziele am Boden angegriffen.
„Weitere französische Flugzeuge stehen bereit, um gegen Panzer zu intervenieren, die Zivilisten bedrohen”, erklärte der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

Damit wird deutlich, worum es der NATO eigentlich geht: Die Situation in Libyen soll eskaliert werden. Offenbar wird die Annexion libyscher Ölfelder vorbereitet, bzw. sollen diese mittelfristig unter NATO-Kontrolle gestellt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, Deutschland beteilige sich nicht direkt an dem Militäreinsatz. Die US-Stützpunkte in Deutschland könnten aber dafür genutzt werden. Damit nimmt die BRD die gleiche Haltung ein, wie bereits im Krieg gegen Irak. Die BRD ist eine der wichtigsten Logistik-Basen im imperialen Krieg und eine deutsche Firma Haupt-Logistiker der NATO-Truppen.
siehe auch:  → Krieg und Leichen – Geschäft der Reichen, 26.06.2010

Unterdessen wurde bestätigt, dass neben französischem NATO-Militär auch imperiale Einheiten aus USA und Grossbritanien das Feuer auf Libyen eröffnet haben. Die Streitkräfte der USA haben Raketen auf Stellungen der libyschen Flugabwehr abgeschossen. US-Präsident Barack Obama bestätigte den Angriff von einem Aufenthalt in Brasilien aus.
Die USA hätten mit „begrenzten militärischen“ Aktionen begonnen, sagte Obama. Er sei sich der Risiken für die Streitkräfte seines Landes bewusst. Obama versicherte erneut, dass die USA keine Bodentruppen nach Libyen entsenden würden.
Wie ein Militär-Sprecher mitteilte, wurden mehrere Geschosse von Schiffen der Marine im Mittelmeer aus abgefeuert. Als Ziele wurden Stellungen in der Umgebung der Hauptstadt Tripolis sowie entlang des Küstenstreifens südlich der Stadt Benghazi angegeben. Der Angriff werde in mehreren Phasen erfolgen, wie der Sprecher weiter mitteilte.

Der britische Premierminister David Cameron erklärte am Abend, auch die Streitkräfte seines Landes seien jetzt in Libyen im Einsatz. Unklar ist, ob bereits auch Sondereinheiten der NATO am Boden operieren.

Die Erklärung der USA zu den Angriffen auf den Grossraum Tripolis bestätigen einmal mehr, dass das Ziel nicht nur die Bürgerkriegsregion in Benghazi ist, sondern ganz Libyen von der NATO angegriffen wird.

UPDATE
Flugverbotszone ja, Luftschläge nein: Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hat den NATO-Krieg gegen Libyen kritisiert.
Man solle Zivilisten beschützen und nicht bombardieren, erklärte Mussa am heutigen Sonntag gegenüber Medien.

 

 

Wie ist die Situation in anderen arabischen Ländern:

• In Tunesien und Ägypten kämpfen die Demokratiebewegungen weiterhin gegen die alten Regime. Zwar hat das NATO-Imperium dort die führenden Repräsentanten abberufen – die eigentlichen Übel, die mit der NATO kollaborierenden Regime sind jedoch an der Macht geblieben.
In Ägypten hat die Stütze des alten Regimes, die Armee, die Macht behalten. Die Armee wurde durch die NATO aufgebaut und empfängt auch heute noch von dort ihre Weisungen. Das NATO-treue Regime in Ägypten versucht derzeit gerade mit kosmetischen Veränderungen an der alten Verfassung die Demokratiebewegung abzuwürgen.

• In Bahrain und Jemen wurden in den letzten Tagen die Volksaufstände durch die NATO-Kollaborationsregime blutig niedergeschlagen. Die Proteste dauern an.
Der Inselstaat Bahrain im Golf ist ein strategisch wichtiger Partner der USA. In Bahrain liegt der Hafen der 5. US-Flotte, die vor allem im Persischen Golf und im Indischen Ozean eingesetzt wird.

• Internationale Beobachter gehen davon aus, dass die eigentliche Front im arabischen Raum in Saudi Arabien liegen wird, wo ebenfalls eine äusserst despotische Herrscherfamilie die imperialen Interessen durchsetzt.
Saudi Arabien ist der wichtigste Stützpunkt der USA und des Imperiums in der Region. Für die USA/NATO ist der Krieg um den arabischen Raum und seine Energieressourcen überlebenswichtig, will es seine globale dominierende Rolle behalten.

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