Apple iPad und die Zukunft der Medien-Publizistik

Im Unterschied zu gedruckten Medien können auf dem iPad auch hochauflösende Bilder und Videos, sowie komfortable Funktionen mit eingebunden werden

- von RF  -

N ew York (RF/AdAge) – Dem iPad wird eine starke Zukunft in der Medienwelt vorhergesagt. Nach sechs Monaten hat das Fachmagazine AdAge eine erste Evaluierung des bisherigen Erfolgs von Magazinen auf dem iPad in den USA durchgeführt. Wie auch andere Studien zeigen, hat das iPad in den USA erst einen Marktanteil von rund 4 Prozent erreicht und wird in erster Linie von den sog. „Early Adopters“ gekauft, die vor allem stark an Technik interessiert sind.

Apple iPad

Apple iPad

So verwundert es auch nicht, dass Magazine, die sich mit Technik oder Wissenschaft befassen, derzeit auf dem iPad noch zu den erfolgreichsten gehören. Herausragend ist dabei das Tech-Magazin Wired, das von seiner ersten iPad-Ausgabe 105.000 Exemplare verkaufen konnte, mehr als im selben Zeitraum über den Kiosk wanderten. In den folgenden Monaten stabilisierte sich dann der Verkauf bei etwas mehr als 30.000 Exemplare pro Ausgabe.

AdAge.com hat die Verkaufszahlen von sechs Magazinen auf dem iPad mit den Printausgaben am Kiosk in den USA verglichen. Aufgrund der trotz guter Verkaufszahlen noch geringen Verbreitung des Tablets, können die Downloads entsprechend derzeit noch nicht mit dem Print-Bereich mithalten.
Am besten schnitt dabei das gehypte Wired-Magazin ab, welches jeweils ca. 30.000 Downloads in den letzten drei Monaten verbuchen konnte und damit 37 Prozent der Print-Auflage erreichte.

Bei anderen Magazinen sieht es noch nicht so gut aus und die iPad Apps konnten im Gesamtgeschäft noch keine signifikante Bedeutung erlangen.

iPad Downloads (Magazine USA):

• Wired
Juni 105.000, Juli 31.000, August 28.000, September 32.000 (37 Prozent der Printauflage)

• Popular Science
im Durchschnitt 14.034 Downloads im April, Mai, Juni, Juli (12 Prozent der Printauflage)

• GQ
13.310 Downloads auf iPad und iPhone im Durchschnitt in den Monaten April bis August (7 Prozent der Printauflage)

• Vanity Fair
9.925 Downloads auf iPad und iPhone im Durchschnitt zwischen Juni und September (2 Prozent der Printauflage)

• Men’s Health
im Durchschnitt 3.174 Downloads im April, Mai, Juni, Juli/August (weniger als 1 Prozent der Printauflage)

• People
10.800 Downloads pro Woche (inklusiver freier Ausgaben für Abonnenten) (weniger als 1 Prozent der Printauflage)

Das Wired Magazine aus dem Conde Nast Verlag gehört nach wie vor zu den Magazinen, die unter den iPad Apps den Ton mit vorgeben. Ab Dezember werden Kunden der Technologiepublikation noch mehr Auswahl haben.
So soll es neben der US-Ausgabe auch eine UK-Ausgabe geben. Als Grund wird angegeben, dass sich der Inhalt der jeweiligen Printausgaben ebenfalls unterscheiden würde. Allerdings will man die Nachfrage mit der Dezember-Ausgabe erst einmal testen und danach entscheiden, ob es das Magazin in zweifacher Ausführung auch monatlich geben wird. Conde Nast geht übrigens davon aus, dass 18 Prozent ihrer Wired-Leser in Grossbritannien bereits ein iPad besitzen.

Zum technischen Verständnis: Mit dem iPad lassen sich natürlich auch die ganz normalen Internet-Sites von Magazinen und Publikationen, sowie alle Webinhalte (ausser Flash-basiert) lesen.
Die Unterschiede zu einer speziellen iApp (einem Programm) sind, dass eine iApp speziell für das iPad optimierte Inhalte und Funktionen zur Verfügung stellt. Dieser Mehrwert wird – im Gegensatz zu kostenlosen, normalen Internet-Sites – verkauft. Man abonniert also ein Magazin oder Zeitung/Publikation oder erwirbt einzelne Ausgaben, ganz genau so, wie bei gedruckten Medien.

Ferner können im Unterschied zu gedruckten Medien auf dem iPad auch hochauflösende Bilder und Videos, sowie komfortable Funktionen mit eingebunden werden. So lässt sich bspw. innerhalb eines Mediums eine Zeitung und ein TV-Angebot zusammen integrieren.
Ein iPad dient also quasi als elektronische Zeitung und TV. Darüber hinaus ist ein iPad auch ein portabler Computer mit der Möglichkeit, die unterschiedlichsten Computer-Programme zu nutzen.

Für alternative Medien eröffnet die Entwicklung weg vom Druck, hin zum iPad (und ähnlichen Geräten) die Möglichkeit, aufgrund der geringeren Produktions- und Distributionskosten als im Print-Bereich, wieder konkurrenzfähiger gegenüber den Medien des Mainstream zu werden.

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