Wieviele Räder müssen noch neu erfunden werden, bis sich eines dreht?

Aber nein, der Mainstream ist so dumm nicht, er tut uns diesen Gefallen einfach nicht. Deswegen ist er auch so erfolgreich. - Antwort von Stephan Steins an Konstantin Wecker

- von Stephan Steins  -

L ieber Konstantin Wecker,
schön in Deinem Video zu WeltnetzTV zu hören, dass Du eine „Bündelung und Zusammenarbeit kritischer Medien“ für erforderlich hältst, um der globalen Desinformation durch den imperialen und bürgerlichen Mainstream etwas Gewichtiges entgegen setzen zu können.

Vielleicht hast auch Du bereits darüber nachgedacht, warum der bürgerliche Mainstream so stark, hingegen wir, die kritischen Geister, die Linken und Antiimperialisten, vergleichsweise schwach dastehen, wenn es um die Verbreitung von Nachrichten unter den Bedingungen der heutigen, modernen Mediengesellschaft geht?
Und vielleicht hast Du auch u.a. meinen Artikel → „Ohne gesellschaftliche Kommunikation keine gesellschaftlichen Prozesse“ gelesen und daraus Anregungen gezogen?

Man stelle sich bspw. mal vor, der deutsche Marktführer Spiegel-Online würde nicht zig Mitarbeiter in einem Projekt bzw. Betrieb bündeln, sondern die würden alle ihre eigenen Blogs betreiben und zudem ständig mit neuen Konkurrenzprodukten die eigenen Kollegen und deren Arbeiten kannibalisieren? Wir sind uns sicher einig in der Einschätzung, dass es dann mit der Marktführerschaft schnell vorbei wäre.

Aber nein, der Mainstream ist so dumm nicht, er tut uns diesen Gefallen einfach nicht. Deswegen ist er auch so erfolgreich.
Der bürgerliche Mainstream hat sich Gedanken um Sozialverhalten und Konsumgewohnheiten der Masse gemacht. Er weiss, was erforderlich ist, den Ereignishorizont der Masse erreichen und beeinflussen zu können. Und er macht uns dies jeden Tag vor.

Die erfolgreiche Strategie des bürgerlichen Mainstream heisst zentrale Medienformate. Und für unterschiedliche Sozialisationen und Segmente hält er eine Reihe entsprechender Produkte vor. Alle diese Medien transportieren die gleichen, durch zentrale, globale Agenturen verfasste, Botschaften, sind jedoch in ihrer Gestaltung auf unterschiedliche Rezipientengruppen zugeschnitten. Das Konzept starker, zentraler Medienformate und entsprechender Marken wird dabei stets konsequent beherzigt.

Nun frage ich mich, und vielleicht kannst Du mir Deine Gründe erläutern, warum Du im Jahr 2010 auf die Idee kommst, man müsse ein neues Projekt wie WeltnetzTV von Grund auf aus der Taufe heben?
Warum unterstützt Du nicht Die Rote Fahne, die bereits seit 10 Jahren in den neuen Medien mit wachsendem Erfolg Entwicklungsarbeit betreibt? Wieviele Räder müssen noch neu erfunden werden, bis sich eines dreht?

Wäre es nicht sinnvoller, bereits geleistete Aufbauarbeit, zudem noch unter der traditionsreichsten Marke der Linken, zu nutzen und durch Unterstützung weiter auszubauen? Beginnt Bündelung, Zusammenarbeit und Solidarität nicht genau damit, gut formulierte Absichten auch in rationales, konkretes und professionelles Handeln münden zu lassen?
Sicher hast Du nicht vergessen, dass Die Rote Fahne ein strömungsübergreifendes OpenPress-Medium ist, welches der Breite kritischer, linker Geister offen steht.

Wenn wir alle unsere postulierten Ansprüche an „Bündelung und Zusammenarbeit kritischer Medien“ auch wirklich ernst meinen, dann existiert dafür bereits eine bewährte Plattform.
Jedenfalls würde ich mich sehr freuen, und damit wiederhole ich mein Angebot aus den zurück liegenden Jahren, wenn Du vor allem auch in der Roten Fahne Beiträge, musikalischer wie textlicher Natur, „unterbringen“ würdest.

Mit solidarischem Gruss
Stephan Steins
Herausgeber Die Rote Fahne

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