Club Voltaire – Laufburschen der imperialen Rechten hetzen gegen Antifaschisten und jüdischen Intellektuellen

Besonders pikant: Zu den Initiatoren der Hetze gehört der Vorsitzende des Club Voltaire, Andreas Waibel, der sich gegen die Mehrheit seiner eigenen Einrichtung stellt und Mitglied der SED/PDS/Linken ist.

- von RF  -

A m kommenden Freitag, den 09.10.2009 lädt der linke Traditions-Club “Voltaire” in Frankfurt/Main zur Ausstellungseröffnung „Licht und Schatten des Alltags“ der Gruppe “Arbeiterfotografie” und einem Gesprächsabend zum Thema „Medien zwischen Realität und Scheinwelt“ ein.

Die Gruppe Arbeiterfotografie beschäftigt sich nicht alleine nur mit Photographie, sondern hat sich auch Verdienste erworben beim Aufdecken bürgerlicher Medienlügen. Ihr Nachweis, dass der iranische Präsident Ahmadinedschad nie zur Vernichtung Israels aufgerufen hat, zwang selbst ARD, dpa und die “Bundeszentrale für politische Bildung” zum Widerruf entsprechender Falschmeldungen.

Club VoltaireDie linke Arbeiterfotografie wird jetzt von sog. “antideutschen” Agitatoren und zionistischen Rechtsextremisten versucht in die rechtsradikale Ecke zu rücken. Nicht besser ergeht es weiteren Künstlern, die an diesem Abend auftreten.
Von der Hetzkampagne betroffen sind die Polit-Pop Gruppe “Die Bandbreite” und der jüdische Musiker und Menschenrechtler Elias Davidson, der als Demokrat und Antizionist ein besonderes Hassobjekt für den Zionismus und die imperiale Rechte darstellt.

Besonders pikant: Zu den Initiatoren der Hetze gehört der Vorsitzende des Club Voltaire, Andreas Waibel, der sich gegen die Mehrheit seiner eigenen Einrichtung stellt und Mitglied der SED/PDS/Linken ist.

Zu befürchten ist, dass die “antideutschen” Laufburschen der imperialen Rechten versuchen werden, die Veranstaltung zu stören, im Internet verbreitet diese neue Rechte einen Aufruf, in welchem aufgefordert wird: „Kommt am Freitag um 18 Uhr zur friedlichen Blockade des Club Voltaire!“

Die Rote Fahne ruft dazu auf, um 19.00 Uhr in den Club Voltaire zu kommen und einen Anschlag dieser zionistischen/faschistischen Hetzer auf die linke Veranstaltung zu verhindern.

zum Thema “Antideutsche” siehe auch:
→ Mit der “neuen (linken) Rechten” schnurstracks in die EU-Diktatur?

Veranstaltung
Medien zwischen Realität und Scheinwelt
Freitag, den 09.10.2009, 19.30 Uhr
Club Voltaire
Kleine Hochstrasse 5
60313 Frankfurt/Main

Stellungnahme

Aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen hat sich gegen eine Veranstaltung des Club Voltaire am Freitag, den 09. Oktober, eine Frontstellung von einer Reihe – vor allem jüngerer – Leute in Szene gesetzt.

Von diesen Akteuren werden die Gruppe „Arbeiterfotografie“ und die Rap-Musikgruppe „Die Bandbreite“ die am Freitag im Club Voltaire zur Eröffnung einer Foto-Ausstellung auftreten sollen, beschuldigt, in ihren Publikationen und (Lied-)Texten u. a. rassistische (antisemitische) und nationalistische (faschistische) Ideologie zu transportieren.

Die so Beschuldigten, die in ihrer z. T. Jahrzehnte währenden, vor allem fotografischer Medienarbeit, sich zur bundesrepublikanischen Linken zählen und entsprechend auftreten, sehen sich durch die Gegner ihres Auftritts im Club Voltaire denunziert und dem Rufmord ausgesetzt.

Die Programm-Gruppe des Club Voltaire die die Veranstaltung bereits Anfang April 09 mit der federführenden Gruppe „Arbeiterfotografie“ verabredet hat, erfuhr in den nachfolgenden Monaten nichts von einer fundamentalen Aversion gegen diese Veranstaltung. Erst vor ca. drei Wochen brach – vor allem über Internet /eMail – ein Sturm der Entrüstung (mit weitgehend gleichlautenden Beschuldigungen) gegen das Vorhaben und seine Beteiligten über die Träger des Club Voltaire herein.

Wir – der Vorstand und die Programmgruppe – haben darauf hin die uns zugänglichen Darstellungen und Wertungen der beiden Auftrittsgruppen geprüft, fanden aber keine Texte und Wertungen, die die Angriffe gegen die Beschuldigten bestätigt oder gerechtfertigt hätten. Der einzige, der dies anders sieht ist der Vorsitzende, Andreas Waibel.

Um die Autonomie und die inzwischen 46-jährige Geschichte und die damit verbundene Tradition des Club Voltaire, vor allem bei der Umsetzung der von ihm allein zu verantworteten Veranstaltungsthemen zu wahren und fortzuführen, haben wir die Veranstaltung am kommenden Freitag nicht abgesagt.

Der Club Voltaire braucht sich nicht gegenüber derartigen Angriffen und Unterstellungen – von wem sie auch immer kommen – zu legitimieren. Der Club Voltaire ist und bleibt ein offenes und freies Forum für linke Gesellschaftskritik und Emanzipation, in all seinen öffentlichen und immer einsehbaren Positionen und Veranstaltungsfolgen. Diese richten sich vorzüglich gegen jegliche Art von Rassismus, Nationalismus, Militarisierung und gegen die Verletzungen von Grund- und Menschenrechten, gleich wo sie stattfinden oder mit welchen auch ideologischen Begründungen sie stattfinden.

Der Club Voltaire ist auch durch Drohungen nicht einzuschüchtern und er ist und bleibt resistent gegen ideologische Beschlag welcher Art auch immer.

Heiner Halberstadt
(1962 Mitgründer des Club Voltaire und bis heute Mitglied des Vorstandes)

Zum Club Voltaire:
Der CV ist u. a. kooperatives Mitglied der „Arbeiterwohlfahrt, er ist als gemeinnützig anerkannt und er erhält für sein öffentliches Wirken finanzielle Zuschüsse der Stadt Frankfurt a. Main.
Nachfolgend werden aus einer alphabethischen Liste- die allerdings unvollständig ist, hier einige Gäste des C.V. genannt, die an Veranstaltungen des Hauses mitwirkten.
Wolfgang Abendroth; Johannas Agnoli; Elmar Altvater; Günter Amend: Carl Amery; Rudolf Augstein: Uri Avneri; Joan Baez; Egon Bahr; Rudolf Bahro; Fritz Bauer; Volker Braun; Harry Buckwitz; Daniel Cohn-Bendit, Franz-Josef Degenhardt; Jutta Ditfurth; Rudi Dutschke; Erhard Eppler; Helga Einsele; Angela Davis; Mathias Beltz; K. D. Wolf; Max Frisch; Hans-Dietrich Genscher; Karl-Hermann Flach; Wolf Biermann; Valentin Falin; Joschka Fischer; Erich Fried; Günter Grass; Peter Handke; Eugen Kogon; Hans Matthöfer; Anna Seghers; Fritz Teufel; Fritz Rau; Günter Wallraff; Markus Wolf; Gerhard Zwerenz

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